Lese-Rechtschreib-Schwäche: Bei Legasthenie-Verdacht Augenarzt zu Rate ziehen14. Januar 2022 Eine häufige, aber oft unterschätzte Ursache einer LRS sind Sehstörungen (Symbolbild). Foto: © photophonie – stock.adobe.com Rund fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler in Deutschland leiden Schätzungen zufolge an einer Lese- und/oder Rechtschreib-Schwäche (LRS), auch Legasthenie genannt. Bei Kindern fällt die LRS meist im Laufe des ersten Schuljahres auf, oft geht sie mit Konzentrationsstörungen einher. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine der möglichen und nicht seltenen, aber oft unterschätzten Ursachen sind Sehstörungen. Darauf weist die Stiftung Auge hin. Schulkinder mit einer Lese- und/oder Rechtsschreib-Schwäche zeigen verschiedene Auffälligkeiten beim Lesen und/oder Schreiben. Beispielsweise lesen sie meist sehr langsam oder haben Startschwierigkeiten beim Vorlesen. Auch kommt es vor, dass sie Wörter auslassen, andere hinzufügen oder vertauschen und dabei die Textzeile verlieren. Bei der Rechtschreibung haben sie Schwierigkeiten beim Schreiben von Buchstaben und Wörtern, machen viele Fehler bei ungeübten Diktaten, beim Abschreiben von Texten sowie bei der Grammatik und Zeichensetzung. Auch eine kaum leserliche Handschrift tritt in diesem Zusammenhang häufig auf. Augenärztliche Untersuchung unerlässlichAls Ursachen für eine LRS stehen sowohl eine – genetisch bedingte – veränderte Verarbeitung von Bildern und Tönen im Gehirn in der Diskussion als auch Sehprobleme, die den Kindern und Jugendlichen das Lesen und Schreiben erschweren. „Zur Diagnosestellung einer Legasthenie gehört daher immer auch eine augenärztliche Untersuchung, um eine Sehschwäche als Ursache der Lese- oder Rechtschreibproblematik auszuschließen“, betont Prof. Gerd Geerling, Mediensprecher der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf. Zum augenärztlichen Untersuchungsprogramm zählt in solchen Fällen eine umfangreiche Diagnostik zur Funktionsfähigkeit der Augen hinsichtlich verschiedener Fehlsichtigkeiten. So kontrolliert der Augenarzt unter anderem, ob eine Weit-, Kurz- oder Stabsichtigkeit vorliegt. Auch die Augenstellung, die Augenbeweglichkeit und eventuelle Brechungsfehler werden dabei untersucht. Interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlichDer Ausgleich von vorhandenen Fehlsichtigkeiten bildet den Grundbaustein bei einem Verdacht auf LRS. Oftmals können die betroffenen Kinder mit entsprechenden Sehhilfen dann wieder deutlich besser Lesen und Schreiben“, erklärt Prof. Frank G. Holz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. Holz betont dabei, dass auch bei diagnostizierten Augenproblemen entsprechend angepasste Sehhilfen oftmals nicht die alleinige Problemlösung liefern können. Vielmehr gehe es um ein maßgeschneidertes Behandlungsprogramm für die betroffenen Schüler, bei dem Augen-, Kinder- und Jugendärzte und auch entsprechend ausgebildete Psychiater und Psychologen mit im Boot sind. Mit speziell abgestimmten Trainings, die die einzelnen Symptome der LRS aufgreifen, könne es so gelingen, die Lese- und Schreibfähigkeit der betroffenen Kinder deutlich zu verbessern. Referenzen:Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.: Legasthenie. Ratgeber zum Thema Legasthenie – Erkennen und Verstehen (2018). https://www.bvl-legasthenie.de/images/static/pdfs/bvl/1_BVL_Ratgeber-Legasthenie_2018.pdfBerufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V: Informationen für Sie: Legasthenie [Lese-Rechtschreibstörung] (2013). https://www.stiftung-auge.de/wp-content/uploads/2018/02/lega.pdf
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "Glaukom: Kälte kann den Augeninnendruck erhöhen" Glaukom: Kälte kann den Augeninnendruck erhöhen Niedrigere Lufttemperaturen können mit einem Anstieg des Augeninnendrucks einhergehen und sollten bei der Behandlung von Patienten mit dieser Erkrankung berücksichtigt werden. Das legt eine neue Studie nahe.
Mehr erfahren zu: "„Tag der Überlastung im Gesundheitswesen“ immer früher" „Tag der Überlastung im Gesundheitswesen“ immer früher Der Tag, an dem die Einnahmen aus dem allgemeinen Beitragssatz der Gesetzlichen Krankenversicherung rechnerisch nicht mehr ausreichen, um die Ausgaben für das gesamte Jahr zu finanzieren, ist in diesem Jahr […]