LHON-Register von Pro Retina: UKE-Augenklinik ist jetzt angeschlossen

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Die Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hat sich dem LHON-Register angeschlossen. Dies teilte jetzt die Selbsthilfeorganisation Pro Retina Deutschland e. V. mit.

Die Leber‘sche Hereditäre Optikus Neuropathie, kurz LHON, gehört zu den seltenen Netzhauterkrankungen. Um die Krankheit besser zu verstehen und Therapien entwickeln zu können, brauchen Wissenschaftler Daten von Betroffenen. Diese werden seit 2018 im LHON-Patientenregister von Pro Retina Deutschland e. V. gesammelt. Durch den Anschluss der Augenklinik des UKE wird die Datenbasis nun verbreitert.

„Eine gute Datenbasis ist eine wichtige Voraussetzung für Diagnostik, Prognose, die Entwicklung von Therapien und die Verbesserung der Heilungschancen. Das ist vor allem bei komplexen Erkrankungen wie LHON sehr wichtig“, erklärt Dr. Sandra Jansen, Fachreferentin von Pro Retina Deutschland und Leiterin des Patientenregisters. Das LHON-Patientenregister bündelt die bislang nur dezentral vorliegenden Daten und damit alle für Diagnose und Therapie relevanten Informationen zentral an einer Stelle. Mit dem UKE sind es nach Angaben der Selbsthilfeorganisation mittlerweile 14 LHON-Zentren, die dem LHON-Register angeschlossen sind.

Wichtiger Baustein zum Verständnis der Erkrankung

Ute Palm, Vorstandsvorsitzende von Pro Retina, appelliert an alle Betroffenen: „Das Patientenregister ist ein äußerst wichtiger Baustein zum Verständnis seltener Netzhauterkrankungen und zur Entwicklung von Therapien. Daher sollten Betroffene sich registrieren lassen, damit ihnen geholfen werden kann.“

Dario Madani, Geschäftsführer von Pro Retina, ergänzt: „Die Förderung der Forschung gehört zu den Kernanliegen von Pro Retina. Der Anschluss der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde des UKE an das LHON-Patientenregister ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Entwicklung von Therapien.“

Auch ein Patient (44) möchte durch den Eintrag ins LHON-Register einen Beitrag zur Forschungsförderung leisten: „Ich hoffe, dass man die LHON-Erkrankung mithilfe des Registers besser verstehen kann. Warum bricht die Erkrankung bei einem Genträger aus und bei dem anderen nicht? Vielleicht kann man so auch neue Therapieansätze finden.”

LHON – erblich bedingte Netzhauterkrankung

Bei LHON handelt es sich um eine erblich bedingte Netzhauterkrankung. Dabei produzieren die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen, nicht genügend Energie und verlieren ihre schützende Funktion. Dadurch sterben die Nervenfasern in den Sehnerven ab, sodass die Sehinformationen nicht mehr im Gehirn ankommen. Bei der meist schmerzlos verlaufenden Erkrankung treten die Sehprobleme relativ plötzlich auf und können innerhalb weniger Wochen zu einem hochgradigen Sehverlust führen. Daher rät Pro Retina, bei auffälligen Sehveränderungen sofort eine Augenklinik aufzusuchen und im Verdachtsfall einen Gentest machen zu lassen.