Lipidtransporter für die Aufrechterhaltung gesunder Haut identifiziert2. April 2026 © Raisa Kanareva – stock.adobe.com (Symbolbild) Forschende aus Singapur haben ein Transmembranprotein identifiziert, das essenzielle Fettsäuren aus dem Blutkreislauf in die Haut transportiert. Damit wird das Verständnis darüber erweitert, wie die Haut ihre Schutzbarriere aufrechterhält. Die Forschenden entdeckten, dass das Transportprotein MFSD2A (Major Facilitator Superfamily Domain-Containing Protein 2A) den Hautzellen die Aufnahme von Lysophosphatidylcholin (LPC) aus dem Blut ermöglicht. Diese LPCs liefern Linolsäure, eine essenzielle Fettsäure, die für die Aufrechterhaltung und Reparatur der epidermalen Barriere unverzichtbar ist. Ein charakteristisches Merkmal der Epidermis ist ihr hoher Bedarf an Lipiden, insbesondere an Linolsäure, die über die Nahrung aufgenommen wird. Ob die Epidermis jedoch zusätzlich auf Phospholipide oder Lipidderivate aus dem Blutplasma angewiesen ist, war bislang nicht vollständig geklärt. Entzündung bei Verlust des Transportproteins Zur Klärung dieser Frage untersuchten die Forschenden, wie epidermale Keratinozyten Phospholipide für Hauterhalt und -reparatur aufnehmen. Die in „Proceedings of the National Academy of Sciences “ veröffentlichte Studie zeigt, dass epidermale Zellen MFSD2A exprimieren und verwenden, um LPCs aus dem Blut aufzunehmen. Dadurch können essenzielle Lipide für die epidermale Homöostase bereitgestellt werden. In präklinischen Modellen, in denen MFSD2A spezifisch in der Epidermis ausgeschaltet wurde, führte der Verlust des Transporters zu ausgeprägter Entzündung und struktureller Schädigung der Haut. Eine detaillierte Lipidanalytik ergab, dass der Epidermis zentrale Lipidkomponenten, darunter Linolsäure, fehlten – selbst bei ausreichender diätetischer Zufuhr. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass der Transport von LPCs eine entscheidende Rolle für die normale Hautfunktion spielt. Prof. David Silver von der Duke-NUS Medical School in Singapur und Seniorautor der Studie, erklärt: „Diese Entdeckung ist von großer Bedeutung, da sie zeigt, dass die Gesundheit der Epidermis von der Aufnahme phospholipidischer Lipide aus dem Blut abhängt. Zwar ist bekannt, dass Linolsäure aus Nahrungsquellen essenziell ist, doch unsere Ergebnisse belegen, dass LPCs die Hautzellgesundheit und -erneuerung unterstützen, indem sie eine zentrale Quelle für Phospholipide und Linolsäure darstellen.“ Verminderte Expression von MFSD2A bei Atopischer Dermatitis Das Forschungsteam fand außerdem heraus, dass die Expression von MFSD2A in der Stratum-corneum-Region von Patienten mit Atopischer Dermatitis und autoimmun-vermittelten Dermatosen vermindert war. Dies legt nahe, dass eine reduzierte LPC-Aufnahme zur Krankheitsprogression beitragen könnte, indem sie die Fähigkeit der Haut zur Regeneration und Barriereerneuerung beeinträchtigt. Co-Autor Dr. Alvin Chua von der Duke–NUS Medical School ergänzt: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine ausreichende Aufnahme von LPCs neue therapeutische Ansätze zur Unterstützung der Hautregeneration bei inflammatorischen Hauterkrankungen eröffnen könnte.“ Als nächstes plant das Team präklinische Studien zur Wirkung von linolsäurereichem LPC in Modellen der Psoriasis und anderer entzündlicher Hauterkrankungen. (ins)
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