Lipoprotein(a) atherogener als LDL

© StockerThings – stock.adobe.com (Symbolbild)

In einer genetischen Analyse verglichen internationale Wissenschaftler unter Leitung von Forschern der Universität Göteborg (Schweden) die Atherogenität von Lipoprotein(a), kurz Lp(a), und LDL. Ihren Erkenntnissen nach ist diese bei Lp(a) deutlich höher als bei LDL.

Grundlage der Untersuchung war die Tatsache, dass sowohl Lp(a) als auch LDL 1 Apolipoprotein B (apoB) pro Partikel enthalten. In genomweiten Assoziationsstudien mit der UK Biobank-Population identifizierten Erstautor Elias Björnson und Kollegen 2 Cluster von Einzel­nukleotid-Polymorphismen: Eines umfasst 107 Varianten, die mit der Lp(a)-Massekonzentration verbunden sind, das andere 143 Varianten, die mit der LDL-Konzentration verbunden sind. In diesen Lp(a)- und LDL-Clustern untersuchten sie den Zusammenhang zwischen der genetisch vorhergesagten Variation von apoB und dem Risiko für eine Koronare Herzkrankheit (KHK).

Sie ermittelten für ein um 50 nmol/l höheres Lp(a)-apoB eine OR für KHK von 1,28 (95%-KI 1,24–1,33) im Vergleich zu 1,04 (95%-KI 1,03–1,05) für die gleiche Erhöhung des LDL-apoB. Ebenso ergab die Verwendung von polygenen Scores zur Einstufung von Probanden nach dem Unterschied im Lp(a)-apoB vs. LDL-apoB eine höhere HR für KHK pro 50 nmol/l apoB für das Lp(a)-Cluster (1,47; 95%-KI 1,36–1,58) im Vergleich zum LDL-Cluster (1,04; 95%-KI 1,02–1,05). Anhand dieser Daten schätzten Björnson und Kollegen, dass die Atherogenität von Lp(a) pro Partikel etwa 6-mal höher ist als die von LDL (Punktschätzung von 6,6; 95%-KI 5,1–8,8).

Fazit
Die Autorinnen und Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Atherogenität von Lp(a) (KHK-Risikoquotient pro Einheit Anstieg der Partikelzahl) wesentlich größer ist als die von LDL. Daher sei Lp(a) ein wichtiges Ziel für medikamentöse Interventionen bei einem erheblichen Teil der Risikopopulation. (ah)

Autoren: Björnson E et al.
Korrespondenz: Jan Borén; [email protected]
Studie: Lipoprotein(a) Is Markedly More Atherogenic Than LDL: An Apolipo­protein B-Based Genetic Analysis
Quelle: J Am Coll Cardiol 2024;83(3):385–395.
Web: https://doi.org/10.1016/j.jacc.2023.10.039