LMU Klinikum: Doppelter Fortschritt bei der Krebstherapie

Foto: © science photo – Adobe/Stock

In der Onkologie arbeiten LMU-Ärzte und -Forscher bereits an der nächsten Stufe der Immuntherapie.

Gerade erst wird in der Krebsmedizindie CAR-T-Zelltherapie etabliert. Am Klinikum der LMU München wird diese Therapieform sowohl in der Erwachsenenmedizin (Medizinische Klinik III) wie auch in der Kinderheilkunde (Dr. von Haunersches Kinderspital) eingesetzt. Das LMU Klinikum ist eines der besonders spezialisierten Unikliniken in Deutschland und Europa, das beide Therapieformen anbieten kann.

Dazu wurden unter Einbindung mehrerer Fachgebiete Kompetenzstrukturen aufgebaut, wodurch Patienten in allen Phasen medizinisch begleitet werden können. Beteiligt sind die Transfusionsmedizin, die Onkologie und Kinderonkologie, die Intensivmedizin, die Neurologie sowie die Apotheke. Von der Betreuung bei der Eingangsuntersuchung, der Patientenaufklärung und Therapievorbereitung sowie der Entnahme der T-Zellen über die Infusion der außer Haus genveränderten Zellen bis hin zur Intensivmedizin und Neurologie sind damit alle Schritte abgedeckt.

Doppelter Fortschritt

Erste erfolgreiche Behandlungen mit dieser Immuntherapie konnten bereits realisiert werden. Doch damit nicht genug. Zeitgleich arbeiten Ärzte und Wissenschaftler in den Laboren des LMU Klinikums an der Verbesserung der immuntherapeutischen Methoden.

Prof. Sebastian Kobold und sein Team (C. Karches und M. Benmebarek) von der Abteilung für Klinische Pharmakologie (Prof. Stefan Endres) haben nun einen Ansatz entwickelt, der eine Weiterentwicklung der immunonkologischen Verfahren darstellt. Dabei kommen doppelt-spezifische Antikörper zum Einsatz, mit denen gentechnisch modifizierte Immunzellen (T-Zellen) gezielt aktiviert werden und noch besser die Krebszellen aufspüren und zerstören können.

Die T-Zellen selbst sind so modifiziert, dass sie alleine keine Wirkung und auch keine Nebenwirkung haben können. Sie benötigen den spezifischen Antikörper als Vermittler. Mit dieser Methodik könnte die T-Zelltherapie sicherer werden und die Hoffnung ist, dass damit auch schwere Nebenwirkungen weitgehend vermieden werden können.

Noch handelt es sich um einen präklinischen Ansatz, vorrangig mit dem Fokus auf soliden Tumoren, vor allem Bauchspeicheldrüsenkrebs. „Doch in einigen Jahren“, hofft Kobold, „könnte man in klinischen Versuchen testen, ob die Immuntherapie bei Krebs mit Hilfe der doppelt-spezifischen Antikörper der nächste Schritt hin zur Präzisionsmedizin sein kann.“

Publikation: Karches CH et al. Bispecific antibodies enable synthetic agonistic receptor-transduced T cells for tumor immunotherapy. Clinical Cancer Research 08.07.2019; DOI: 10.1158/1078-0432.CCR-18-3927; http://clincancerres.aacrjournals.org/content/early/2019/07/04/1078-0432.CCR-18-…