Lokal fortgeschrittenes Nasopharynxkarzinom: Behandlung mit sequenzieller Radiochemotherapie

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Wie eine Studie zeigen konnte, ist eine sequenzielle Radiochemotherapie dem Behandlungsregime aus Induktionschemotherapie plus simultane Chemoradiotherapie bei lokal fortgeschrittenem Nasopharynxkarzinom nicht unterlegen.

Die Induktionschemotherapie (IC) kombiniert mit simultaner Radiochemotherapie (CCRT) ist eine Standardbehandlung für lokal fortgeschrittenes Nasopharynxkarzinom (LA-NPC). Die Behandlung geht jedoch in der CCRT-Phase mit starken akuten toxischen Effekten einher. Unklar ist, ob sich CCRT sicher durch Strahlentherapie mit adjuvanter Chemotherapie (AC) ersetzen lässt.

Sequenzielle Radiochemotherapie bei LA-NPC: Weniger toxisch

Ein Team um Dr. Fen Xue vom Fudan University Shanghai Cancer Center die Nichtunterlegenheit einer sequenziellen Radiochemotherapie (SCRT: IC, gefolgt von alleiniger Strahlentherapie, gefolgt von AC) gegenüber der IC plus CCRT bei LA-NPC hinsichtlich der Wirksamkeit untersucht. Weitere Fragestellung der Studie war, ob weniger akute toxischen Nebenwirkungen auftreten. Es stellte sich heraus, dass die SCRT hinsichtlich des 3-Jahres-Progressionsfreien-Überlebens (3-Jahres-PFS) bei der IC plus CCRT nicht unterlegen ist und mit weniger schweren akuten nicht hämatologischen Toxizitäten einhergeht.

Diese multizentrische, offene, randomisierte Phase-III-Studie wurde von Januar 2018 bis September 2021 in 6 chinesischen Zentren durchgeführt. Xue et al. schlossen Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren mit neu diagnostiziertem NPC im Stadium III/IVA in die Studie ein. Stichtag für die Datenerhebung war der 30. Juni 2024.

Primärer Endpunkt 3-Jahres PFS

Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert. Die Teilnehmer in der SCRT-Gruppe erhielten zwei Zyklen einer IC mit Gemcitabin und Cisplatin (GP) (Gemcitabin 1000 mg/m² an den Tagen eins und acht plus Cisplatin 25 mg/m² an den Tagen eins, zwei und drei, wiederholt alle 3 Wochen) plus alleinige Strahlentherapie, gefolgt von zwei Zyklen AC mit GP. Patienten aus der zweiten Gruppe wurden mit zwei Zyklen einer IC (GP-Schema) gefolgt von einer Strahlentherapie mit wöchentlicher Gabe von 30 mg/m² Cisplatin therapiert (IC-plus-CCRT-Gruppe).

Als primäre Endpunkte definierten die Autoren das 3-Jahres-PFS mit einer Nichtunterlegenheitsgrenze von zehn Prozent (HR < 1,6) und die Inzidenz einer akuten Mukositis Grad 3 oder höher während der Strahlentherapie. Zu den sekundären Endpunkten zählten das OS, das lokoregionäre PFS, das fernmetastasenfreie Überleben, die Ansprechrate sowie toxische Wirkungen.

Signifikant niedrigere Inzidenzen nicht hämatologischer Toxizität

Von den 420 eingeschlossenen Patienten waren 107 (25,5 %) Frauen. Das mediane Alter (Interquartilsabstand, IQR) betrug 48 (41–54) Jahre. Insgesamt wurden 210 Patienten der SCRT-Gruppe und 210 der IC-plus-CCRT-Gruppe randomisiert zugeteilt. Die mediane Nachbeobachtungszeit (IQR) betrug 50 (40–61) Monate. In der Intention-to-Treat-Population betrug das 3-Jahres-PFS 83,7 % (95 %-KI: 78,6–88,8) in der SCRT-Gruppe und 79,5 % (95 %-KI: 74,0–85,0) in der IC-plus-CCRT-Gruppe (HR: 0,77; 95 %-KI: 0,50–1,19; p = 0,24). Dabei lag die obere Grenze des 95 %-KI unter 1,6. In der Per-Protocol-Population wurden identische Ergebnisse berichtet.

Im Vergleich zur CCRT-Gruppe wies die SCRT-Gruppe signifikant niedrigere Inzidenzen akuter nicht hämatologischer Toxizitäten des Grades 3 oder höher auf: akute Mukositis: 61 (29,0 %) vs. 88 (41,9 %; p < 0,001), Übelkeit: 20 (9,5 %) vs. 38 (18,1 %); p = 0,01), Erbrechen: 8 (3,8 %) vs. 20 (9,5 %); p = 0,02). Hinsichtlich Spät auftretenden Toxizitäten wurden keine Unterschiede beobachtet. (ja/BIERMANN)