Lokalrezidiv beim Vulvakarzinom: 16 Prozent haben bereits Metastasen in der Leistengegend

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Kommt es bei Patientinnen mit Vulvakarzinom zu einem Lokalrezidiv, finden sich in >16% der Fälle bereits Lymphknoten-Metastasen in der Leistengegend – unabhängig davon, ob ursprünglich nur der Sentinel-Lymphknoten entfernt oder eine inguinofemorale Lymphadenektomie durchgeführt worden war.

Das zeigt eine multizentrische Kohortenstudie aus den Niederlanden. Bei bis zu 40% aller Patientinnen mit Vulvakarzinom kommt es innerhalb von 10 Jahren zu einem Lokalrezidiv. In diesen Fällen ist eine inguinofemorale Lymphadenektomie – sollte sie nicht schon bei der
Primärtherapie erfolgt sein – indiziert. Allerdings war ungeklärt, mit welcher Inzidenz bei einem 1. Lokalrezidiv Lymphknotenmetastasen vorliegen bzw. durch welche Faktoren das Risiko für eine Lymphknotenbeteiligung erhöht wird.

Erstautorin Noortje Pleunis vom Krankenhaus Rijnstate in Arnheim, Niederlande, und ihre Kollegen analysierten die Daten von 404 Vulvakarzinom-Patientinnen. Bei ihnen war es nach einer chirurgischen Primärtherapie zwischen 2000 und 2015 zu einem makroinvasiven Lokalrezidiv gekommen. Insgesamt 16,4% von ihnen hatten zum Zeitpunkt des Lokalrezidivs einen positiven Nodalstatus in der Leiste, bei 66,4% war er negativ und bei 17,3% unbekannt.

Für die Inzidenz von Lymphknotenmetastasen in der Leistengegend machte es keinen Unterschied, ob bei den Patientinnen primär nur der Sentinel-Lymphknoten entfernt oder eine inguinofemorale Lymphadenektomie durchgeführt worden war (11,5% vs. 13,8%). Ein positiver Nodalstatus war assoziiert mit der Tumorgröße (25 mm vs. 12 mm; p<0,001), der Eindringtiefe ins Gewebe (5 mm vs. 3 mm; p<0,001) und schlecht differenzierten Tumoren (22,9% vs. 11,9%; p=0,050) beim Lokalrezidiv. (nec)