Long-COVID: Verlust des Geruchssinns mit Veränderungen im Gehirn assoziiert21. April 2023 Foto: Siniehina/stock.adobe.com Bei Menschen, die aufgrund von Long-COVID unter Anosmie leiden, zeigen bestimmte Gehirnregionen veränderte Aktivitätsmuster, so das Ergebnis einer aktuellen Studie britischer Forschender. Für ihre Studien nutzten die Forschenden des University College of London, Großbritannien, Magnetresonanztomographie (MRT), um die Hirnaktivität von Personen, die durch Long-COVID unter Anosmie litten, mit der von Personen zu vergleichen, die den Geruchssinn nach Verlust durch eine COVID-Erkrankung wiedererlangt hatten und mit der von Menschen, die nie positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Ergebnis der Beobachtungsstudie: Menschen mit Anosmie als Symptom von Long-COVID zeigten eine reduzierte Gehirnaktivität und beeinträchtigte Kommunikation zwischen dem orbitofrontalen Cortex und dem präfrontalen Cortex, die für die Verarbeitung von Geruchsinformationen zuständig sind. Diese Verbindung war intakt bei Personen, deren Geruchssinn sich nach einer COVID-Erkrankung wieder erholt hatte. Die Studienergebnisse legen nahe, dass Anosmie durch COVID mit Veränderungen im Gehirn zusammenhängen, die dafür sorgen, dass Gerüche nicht mehr korrekt verarbeitet werden können. Es konnte auch gezeigt werden, dass die Veränderungen klinisch reversibel sind. Nach Auffassung der Autoren bedeutet das, dass es wahrscheinlich möglich ist, das Gehirn bei Personen mit Anosmie durch Long-COVID so zu trainieren, dass der Geruchssinn zurückkehrt. Dr. Jed Wingrove vom UCL Department of Medicine betonte, dass die Studienergebnisse für Menschen, deren Geruchssinn sich nach einer COVID-Erkrankung erholt hat, eine Rückversicherung seien, dass es zu keiner permanenten Veränderung der Gehirnaktivität komme. Prof. Claudia Wheeler-Kingshott (UCL Queen Square Institute of Neurology), betonte mit Blick auf die Studienergebnisse: „Unsere Ergebnisse werfen ein Schlaglicht auf die Auswirkungen von COVID-19 auf die Hirnfunktion. Sie weisen auch auf die Möglichkeit hin, dass ein olfaktorisches Training dem Gehirn helfen könnte, verlorene Verarbeitungswege wiederherzustellen, und Menschen mit Long-COVID dabei helfen könnte, ihren Geruchssinn wieder zu erlangen.“ Den Studienautoren zufolge legen ihre Ergebnisse auch nahe, dass die Gehirne von Personen, die unter Long-COVID leiden, den Verlust kompensieren, indem sie neue Verbindungen mit anderen sensorischen Regionen fördern: So zeigten ihre Gehirne gesteigerte Aktivität zwischen den geruchsverabeitenden Regionen des Gehirns und dem visuellen Cortex. Wingrove zufolge zeige das, dass Neuronen, die normalerweise Gerüche verarbeiten, noch da seien, aber in andere Weise arbeiteten. (ja)
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