Lungenfibrose: Grazer Forschungsteam prüft innovativen Wirkstoff

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Ein österreichisches Forschungsteam untersucht erstmals den Einsatz von Diethylsuccinat (DES) bei Idiopathischer Lungenfibrose (IPF). Erste Ergebnisse im Mausmodell und an menschlichem Lungengewebe zeigen, dass man damit krankhafte Bindegewebsvermehrungen in der Lunge verringern könnte.

Mit DES als veränderter Form eines natürlichen Stoffwechselproduktes haben die Wissenschaftler um PD Dr. Thomas Bärnthaler vom Lehrstuhl für Pharmakologie der Medizinischen Universität Graz (Österreich) vielversprechende Ergebnisse erzielt: „Unsere bisherigen Beobachtungen deuten darauf hin, dass Diethylsuccinat antifibrotische Effekte hat. Damit könnten wir einen völlig neuen Ansatz für die Behandlung der Lungenfibrose eröffnen“, erklärt der Forscher.

Neuer Ansatz: Diethylsuccinat im Fokus

Das Grazer Forschungsteam konnte zeigen, dass DES krankhafte Umbauvorgänge in der Lunge im Mausmodell verringern könnte. Zudem prüfen die Wissenschaftler nun, in welcher Form sich DES am besten verabreichen ließe. Parallel dazu untersuchen sie, welche Zellen und Mechanismen im Körper durch den Wirkstoff beeinflusst werden und ob es sogar möglich sein könnte, eine bereits bestehende Fibrose zurückzubilden. „Wir wollen nicht nur herausfinden, ob DES wirkt, sondern auch verstehen, wie genau es wirkt“, erklärt Bärnthaler. „Dieses Wissen ist entscheidend, um den Weg in Richtung klinische Studien vorzubereiten.“

Weltweit erste Studie dieser Art

Das vom Wissenschaftsfonds FWF geförderte Projekt ist die erste Untersuchung weltweit, die DES im Zusammenhang mit Lungenfibrose erforscht. Mit den Ergebnissen soll die Grundlage für künftige klinische Studien gelegt werden. „Unser Ziel ist es, neue Therapien für die Lungenfibrose zu entwickeln – denn die derzeitigen Möglichkeiten reichen einfach nicht aus“, betont Bärnthaler.