Lungenkrebs: Immunzellen sagen das Ansprechen auf eine neoadjuvante Therapie mit Atezolizumab vorher

Dr. Filiz Özkan. Bildquelle: ©UDE/UK Essen

Eine neoadjuvante Behandlung mit Atezolizumab bei Lungenkrebs kann laut einer aktuellen Studie die Überlebensrate der Patienten deutlich verbessern. Sie zeigt zudem, dass das Therapieansprechen anhand von vor der Therapie im Blut detektierten Immunzellen angezeigt werden kann.

Die Studie wurde kürzlich in „Nature Medicine“ mit Dr. Filiz Oezkan von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen als Co-Erstautorin veröffentlicht.

In einer multizentrischen Phase-II-Studie erhielten 181 Patienten mit unbehandeltem, resektablem, nichtkleinzelligem Lungenkrebs im Stadium IB-IIIB zwei Dosen einer neoadjuvanten Atezolizumab-Monotherapie. „Bei einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 3 Jahren konnten wir eine Überlebensrate von 80% erzielen“, fasst Özkan, Oberärztin in der Klinik für Pneumologie an der Ruhrlandklinik, das ermutigende klinische Ergebnis der Studie zusammen.

Bisher nimmt man an, dass Atezolizumab die Funktion zytotoxischer T-Zellen wiederherstellt und die Anti-Tumor-Immunität dadurch verstärkt, aber die Einzelheiten dieses Mechanismus beim Menschen und die Auswirkungen auf andere Immunzellpopulationen sind weitgehend unklar. In der nun veröffentlichten Studie konnten Immunzellen, insbesondere NK und NK-like T Zellen, Zellen des angeborenen Immunsystems gefunden werden, die ein Ansprechen oder Nicht-Ansprechen auf die Therapie wahrscheinlich machen.

„Hier sind weitere Studien notwendig, um die klinischen und biologischen Wirkungen von neoadjuvantem Atezolizumab klar zu definieren und valide Biomarker zu identifizieren. Spannend ist, dass auch das angeborene Immunsystem eine wichtige Rolle bei der Anti-Tumorimmunantwort spielt, bisher hat man angenommen, dass vor allem das adaptive Immunsystem das Ansprechen auf Immuntherapien bestimmt“, so Özkan.