Lungenkrebs: Welche Subtypen sind mit welchen Luftschadstoffen assoziiert?28. Januar 2026 Abbildung: © Vadym/stock.adobe.com Laut einer neuen Studie erhöht Feinstaub (PM2,5) das Risiko für alle Arten von Lungenkrebs. Stickstoffdioxid (NO2), Ozon (O3) und Schwefeldioxid (SO2) hingegen stehen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Nichtkleinzelligen Lungenkrebs in Zusammenhang. Für die aktuelle Veröffentlichung in „Environmental Pollution“ arbeiteten Forschende des Barcelona Institute für Global Health (ISGlobal; Spanien) mit der American Cancer Society (ACS) zusammen. In zahlreichen Studien haben Wissenschaftler Luftschadstoffe als karzinogen für die Lunge identifiziert, insbesondere PM2,5. Bisher noch nicht gut verstanden ist jedoch bisher der Einfluss von Luftverschmutzung auf die Inzidenz der verschiedenen Lungenkrebs-Subtypen oder das Voranschreiten der Erkrankung nach der Diagnose. Insbesondere Erkenntnisse der Effekt auf das Überleben von Lungenkrebspatienten sind bislang Mangelware. Die neue Untersuchung liefert nun wertvolle Einblicke dazu. Nachuntersuchung für bis zu 25 Jahre Die Studienautoren berücksichtigten für ihre Untersuchung mehr als 122.000 Personen aus der US-amerikanischen Cancer Prevention Study-II (CPS-II), beginnend im Jahr 1999. Die Teilnehmer aktualisierten ihre persönlichen Daten und Angaben zu Krebsdiagnosen alle zwei Jahre bis zum Jahr 2017. Die Forschenden schätzten zudem die jährliche Belastung durch verschiedene Schadstoffe für jeden Probanden. Dabei ermittelten sie neben den Werten für PM2,5, SO2, NO2 und O3 auch die für größere Partikel in der Luft (PM10) sowie für Kohlenmonoxid (CO). Die Analyse berücksichtigte die zeitlichen Schwankungen der Schadstoffbelastung und bereinigte die Ergebnisse um verschiedene individuelle Faktoren. Zu diesen gehörten auch ein Tabakkonsum. In den Jahren 1992 bis 2017 stellte man in der Kohorte 4282 Lungenkrebsfälle fest. „Wir haben nationale Luftqualitätsdaten in Kombination mit Satelliten- und Landnutzungsdaten genutzt, die über die 25 Jahre der Studie aktualisiert wurden“, erläutert Ryan Diver, Forscher bei ISGlobal und Wissenschaftler der ACS sowie Erstautor der Studie. „Dadurch konnten wir die Belastung durch Schadstoffe mit dem Risiko für verschiedene Lungenkrebs-Subtypen sowie mit dem Überleben nach der Diagnose in spezifischen Patientengruppen in Zusammenhang bringen.“ Unterschiedliche Schadstoffe, unterschiedliche Lungenkrebs-Subtypen Die Ergebnisse der Studie bestätigten, dass die PM2,5-Last das Risiko für Lungenkrebs erhöht. Dieser Effekt war bei allen histologischen Subtypen, einschließlich Adenokarzinomen, Plattenepithelkarzinomen und großzelligen Karzinomen gleichermaßen zu beobachten. Außerdem ergab die Analyse signifikante Zusammenhänge mit verschiedenen gasförmigen Schadstoffen. Dies war laut den Forschenden insbesondere für NO2, O3 und SO2 der Fall, vor allem bei Nichtkleinzelligem Lungenkrebs. Innerhalb dieser Gruppe ergab sich für NO2 ein stärkerer Zusammenhang mit Adenokarzinomen, während O3 mit einem höheren Risiko für großzellige Karzinome in Verbindung gebracht werden konnte. Zwischen den analysierten gasförmigen Schadstoffen und kleinzelligen Karzinomen beobachteten die Wissenschaftler jedoch keine konsistenten Zusammenhänge. Geringere Überlebensrate, jedoch nur in bestimmten Patientengruppen Eindeutige Zusammenhänge hinsichtlich des Überlebens nach einer Lungenkrebsdiagnose in der gesamten Patientenpopulation waren nicht festzustellen. Allerdings war SO2 bei Patienten mit Lungenkrebs im Frühstadium mit geringeren Überlebensraten assoziiert. „Wir haben festgestellt, dass Luftverschmutzung nicht mit allen Arten von Lungenkrebs in gleicher Weise zusammenhängt“, fasst Michelle C. Turner, Forscherin bei ISGlobal und Hauptautorin der Studie, zusammen. „Unsere Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, in der Gesundheitsversorgung sowie bei der Beurteilung der Umweltexposition bei einzelnen Patienten die lokale Luftqualität zu berücksichtigen, wenn es um die Identifizierung zusätzlicher Risiken geht.” Mehr zum Thema Lungenkrebs und Umwelt: Lungenkrebs bei Nichtrauchern: Luftverschmutzung kann laut neuer Studie dazu beitragen
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