Lungenrehabilitation: Einsamkeit verschlechtert Ergebnisse20. Februar 2019 Foto: © Peter Maszlen/Fotolia Bei Patienten, die an einer Lungenrehabilitation teilnehmen, hat sich in einer kürzlich veröffentlichten Studie gezeigt, dass das subjektive Empfinden von Einsamkeit mit relevanten Behandlungs-Outcomes verbunden ist. Die Autoren raten deshalb dazu, derartige seelische Probleme mit den Patienten anzugehen, da sie beim Krankheitsprogress eine signifikante Rolle spielen können. In der Vergangenheit hat sich bereits gezeigt, dass psychologische Faktoren wie negativer Affekt Einfluss auf den Verlauf und die Therapie bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) haben. Allerdings wisse man wenig über den jeweiligen Einfluss sozialer Faktoren, schreiben die Wissenschaftler um Erstautor Thomas Rijnders von der Abteilung für Gesundheitspsychologie der Katholischen Universität Leuven. Für verschiedene anderen chronische Erkrankungen sei belegt, dass Einsamkeit ein Prädiktor für die Morbidität ist. Wie sie sich bei COPD-Patienten auswirkt, sei aber nicht bekannt. Die Wissenschaftler untersuchten daher in ihrer Studie die Zusammenhänge zwischen Einsamkeit und verschiedenen Outcome-Maßen eines Lungenrehabilitations-Programmes. Vor und nach einem dreiwöchigen stationären PR-Programm unterzogen sich 104 COPD-Patienten einem Sechs-Minuten-Gehtest, um ihre funktionelle Belastungskapazität zu ermitteln. In welchem Ausmaß sich die Probanden einsam fühlten, wurde mit der Loneliness Scale festgestellt. Außerdem wurden als Maß der gesundheitsbezogenen Lebensqualität der Medical Outcomes Study in der Kurzversion sowie der neun Punkte umfassende Patient Health Questionnaire angewendet, ebenso wie der General Anxiety Disorder Questionnaire für Angst und Depressionen. Multiple Regressionsanalysen zeigten, dass beim Start des Lungenrehabilitations-Programmes ein stärkeres Gefühl der Einsamkeit mit schlechteren Werten für die funktionelle Belastungskapazität sowie für die gesundheitsbezogene Lebensqualität, Depression und Angst verbunden war. Allerdings zeigte sich auch eine Assoziation mit einer stärkeren Verbesserung der funktionellen Belastungskapazität und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Verlauf der Lungenrehabilitation. Dies war selbst nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Lungenfunktion und Status des Nikotinkonsums der Fall, wie die Wissenschaftler berichten. Es zeigte sich auch, dass Patienten, bei denen das Gefühl der Einsamkeit zwischen Anfang und Ende der Lungenrehabilitation stärker abnahm, sich im Verlauf derselben stärker im Hinblick auf die funktionelle Belastungskapazität und die gesundheitsbezogene Lebensqualität verbesserten.
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