Lungenschäden durch E-Zigaretten – Reststörungen bleiben

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Seit März 2019 gibt es in den USA eine noch andauernde massive Zunahme von Lungenschäden, die im Zusammenhang mit E-Zigaretten oder Vaping (auch bekannt als EVALI oder VALI) stehen. Ein derartiger Lungenschaden wird diagnostiziert mittels Symptomen, die sich mit jenen infektiöser und anderer Lungenerkrankungen überschneiden. Eine neue US-Studie von Wissenschaftlern um Dr. Denitza Blagev hat sich nun genauer mit der Thematik befasst.

Die Auswertung der Daten ergab, dass viele Patienten trotz Besserung bei einer kurzfristigen Nachbeobachtung immer noch Reststörungen aufwiesen. In ihrer multizentrischen, prospektiven, beobachtenden Kohortenstudie haben die Wissenschaftler die Daten aller Patienten mit Lungenschäden, die im Zusammenhang mit E-Zigaretten oder Vaping standen, gesammelt, die im Zeitraum 27.06.–04.10.2019 bei Intermountain Healthcare registriert wurden.

TeleCritical Care wurde als zentrales Datenregister für die Fallvalidierung, öffentliche Berichterstattung und systemweite Verbreitung von Fachwissen verwendet. Die Daten umfassten Diagnose und Behandlungsleitlinien für Lungenverletzungen durch E-Zigaretten oder Vaping. Für die Analyse wurden Daten zur Patientenvorstellung, Behandlung und zum Kurzzeit-Follow-up (2 Wochen nach der Entlassung) aus den Patientenakten und aus Gesprächen mit Patienten extrahiert, die vom Gesundheitsministerium von Utah, USA, durchgeführt wurden.

In 13 Krankenhäusern oder Ambulanzen stellten sich 60 Patienten mit einer Lungenschädigung vor, die im Zusammenhang mit E-Zigaretten oder Vaping stand. Davon wurden 33 (55%) auf eine Intensivstation eingewiesen. Von den Patienten zeigten 53 (88%) konstitutionelle, 59 (98%) respiratorische und 54 (90%) gastrointestinale Symptome, sodass 54 (90%) Antibiotika und 57 (95%) Steroide erhielten.

Innerhalb von 2 Wochen wurden 6 (10%) Patienten erneut auf eine Intensivstation oder in ein Krankenhaus eingewiesen. Davon war bei 3 (50%) Patienten der Rückfall beim Vaping oder E-Zigaretten-Gebrauch aufgetreten.

Von 26 Patienten, die innerhalb von 2 Wochen nachbeobachtet wurden, wurden – trotz klinischer und radiologischer Verbesserungen – bei einigen residuelle Anomalien auf Röntgenaufnahmen des Brustkorbs (10/15 [67%]) und bei Lungenfunktionstests (6/9 [67%]) festgestellt. Insgesamt starben 2 Patienten, wobei eine Lungenschädigung im Zusammenhang mit E-Zigaretten oder Vaping als mitwirkender Faktor angesehen wurde, aber nicht die Todesursache war.

Fazit
In der Studie traten bei vielen Patienten trotz Besserung immer noch Reststörungen im Rahmen einer kurzfristigen Nachbeobachtung auf. (sh)

Autoren: Blagev DP et al.
Korrespondenz: Denitza P. Blagev; [email protected]
Studie: Clinical presentation, treatment, and short-term outcomes of lung injury associated with e-cigarettes or vaping: a prospective observational cohort study
Quelle: Lancet 2019;394(10214):2073–2083.
Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(19)32679-0