LWL eröffnet kinder- und jugendpsychiatrische Klinik in Paderborn

Eingang des neuen Gebäudes; Paderborn. (Foto: LWL/Hüllen/Tharun)

Paderborn hat eine neue kinder- und jugendpsychiatrische Klinik. Die Einrichtung gehört zur LWL-Klinik Marsberg. Sie ist damit die erste ausgelagerte Betriebsstätte der Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

“Durch die Auslagerung von 30 kinder- und jugendpsychiatrischen Betten von Marsberg nach Paderborn rücken die stationären Angebote näher an die Menschen in der Region und folgen damit dem Gebot der gemeindenahen Versorgung”, erklärte LWL-Direktor Matthias Löb anlässlich der Einweihung des 9,8-Millionen-Euro-Neubaus.

Psychiatrische Störungen im Kindes- und Jugendalter nehmen seit Jahren zu. Gleichzeitig ist die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber psychiatrischen Behandlungsangeboten deutlich gestiegen. Beide Trends haben in den letzten Jahren zu einem steigenden Versorgungsbedarf an kinder- und jugendpsychiatrischer Behandlung geführt. Das Versorgungsgebiet der LWL-Klinik umfasst die Kreise Hochsauerlandkreis, Höxter und Paderborn. Allein im Kreis Paderborn wohnen rund 40 Prozent der Gesamtbevölkerung aus dem Versorgungsgebiet. “Mit der neuen stationären Einheit der LWL-Klinik Marsberg in Paderborn wird ein gelungener Kompromiss zwischen Wohnortnähe und spezialisierter Versorgung erzielt”, sagte Löb.

Seit Mitte der 1980er-Jahre haben die vier LWL-Kliniken für Kinder und Jugendpsychiatrie 16 Tageskliniken und mehrere Psychiatrische Institutsambulanzen in Westfalen-Lippe aufgebaut. Auch die LWL-Klinik Marsberg betreibt schon seit vielen Jahren in Paderborn, Höxter und Meschede entsprechende Einrichtungen. Eine Premiere dagegen ist der Standort der neuen kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtung der LWL-Klinik Marsberg auf dem Gelände der LWL-Klinik Paderborn. “Bisher wurde noch keine LWL-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem gleichen Gelände und in so enger Nachbarschaft zu einer anderen LWL-Klinik für Erwachsenenpsychiatrie errichtet”, erklärte Löb. Für den Neubau sind zwei Gebäude der LWL-Klinik Paderborn gewichen.

“Diese bauliche Gestaltung mit dem Betrieb von zwei Kliniken an einem gemeinsamen Standort bietet gute Chancen für Kooperationen und Synergieeffekte”, sagte der Direktor des LWL. Durch die Integration erwachsenenpsychiatrischer und kinder- und jugendpsychiatrischer Angebote auf einem Gelände werde es auch möglich sein, familienpsychiatrische Behandlungsansätze zu verstärken. “Das Gelände bietet beste Voraussetzungen, um die Eltern direkt und zeitnah in die Behandlung ihrer Kinder einzubeziehen oder sie selbst gleichzeitig psychiatrisch zu behandeln”, sagte Löb weiter.

Die LWL-Klinik Marsberg verfügt durch die neue Betriebsstätte in Paderborn nun über zwei stationäre Standorte mit 53 Betten in Marsberg und 30 Betten in Paderborn. Zusammen mit drei teilstationären und vier ambulanten Standorten will die Klinik so eine umfassende, differenzierte und gemeindenahe Behandlung mit niederschwelligen Übergängen zwischen ambulanten, teilstationären und stationären Settings (“Behandlungskette”) ermöglichen. “Die Versorgung in der Region wird so insgesamt schneller, effizienter und bedarfsgerechter”, lobte Löb die Neuausrichtung der Marsberger LWL-Klinik in Paderborn.

Der Neubau umfasst neben vier Stationen und einer Psychiatrischen Institutsambulanz auch Räume für eine Schule für die jungen Patienten. “Der Schulbesuch ist ein wesentlicher Baustein in einem therapeutischen Konzept für Kinder und Jugendliche”, betonte Löb.