Magnesium-Gabe bei Herzinsuffizienz: Vermutlich nur bei Mangelzuständen sinnvoll

Die Magnesium-Supplementierung scheint nur für Herzinsuffizienz-Patienten mit Mangelzuständen sinnvoll zu sein. (Symbolbild: ©Photo/stock.adobe.com)

Patienten, die unter einer Herzinsuffizienz (HF) leiden und zugleich einen Magnesiummangel aufweisen, könnten laut den Ergebnissen einer Kohortenstudie aus den USA von einer oralen Magnesium-Supplementierung profitieren.

Die Supplementierung war in der Studie mit einem geringeren Risiko für HF-bedingte Hospitalisierungen (HFH) und Tod verbunden. Eine Magenesium-Gabe bei Patienten ohne Mangelzustand könnte hin­gegen sogar ungünstig sein, wie die Studienergebnisse vermuten lassen.

Magnesium-Gabe bei Hypo- und Normomagnesiämie im Fokus

Die Studie stützte sich auf die Daten von 54.696 US-Veteranen mit HF (2001–2023) und Hypomagnesiämie (Serummagnesium <1,7 mg/dl; entspricht etwa 0,7 mmol/l), wovon 10.695 eine orale Magnesiumtherapie erhalten hatten (Median 420 mg/Tag). Über ein Propensity-Score-Matching ­bildeten die Forscher unter Verblindung des Behandlungsergebnisses eine Kohorte von 21.098 Patienten, die hinsichtlich 71 Ausgangscharakteristika balanciert war und wovon jeweils die Hälfte (n=10.549) behandelt bzw. unbehandelt war.

Diesen Prozess wiederholten die Forscher, um eine gematchte Kohorte von 11.634 Patien­ten (n=5817 behandelt bzw. unbehandelt) mit Normo­magnesi­ämie (Serummagnesium 1,7–2,3 mg/dl; entsprechend 0,7–0,95 mmol/l) zu erstellen.

Hinweise auf positiven Effekt bei sehr niedrigen Magnesiumspiegeln

In der Kohorte mit Hypomagnesiämie kam es bei 21,7 Prozent der Patienten ohne orale Magnesiumgabe und bei 20,1 Prozent der Patienten mit oraler Magnesiumgabe innerhalb eines Jahres zu einer HFH oder zum Tod (HR 0,91; 95 %-KI 0,86–0,97). Die entsprechenden HRs (95 %-KI) in den Subgruppen mit Serummagnesiumwerten von 1,6 mg/dl (n=5929), 1,3–1,5 mg/dl (n=11.293) und <1,3 mg/dl (n=3876) betrugen 0,99 (95 %-KI 0,88–1,12), 0,91 (95 %-KI 0,84–0,98; p=0,20 für Interaktion) bzw. 0,81 (95 %-KI 0,71–0,93; p=0,03 für Interaktion).

Die Raten für HFH oder Tod in der Normomag­nesiämie-Kohorte lagen bei 17,8 Prozent ohne Magnesiumgabe bzw. 19,5 Prozent mit zusätzlichem Magnesium (HR 1,11; 95 %-KI 1,02–1,21). Eine Spline-Regressionsanalyse ergab, dass die HRs bei Serum­magnesiumwerten <1,5 mg/dl niedriger, bei >1,8 mg/dl höher und im Bereich von 1,5–1,8 mg/dl nicht signifikant waren.

Die Autoren resümieren, dass eine Supplementierung bei einem Serummagnesium von <1,5 mg/dl in Betracht gezogen und bei >1,8 mg/dl vermieden werden sollte. Jedoch seien weitere Studien nötig, um dieses Ergebnis zu bestätigen.

(ah/BIERMANN)