Makrophagen steigern Aggressivität von Melanomzellen

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Proinflammatorische M1‑Makrophagen, die an Immunreaktionen beteiligt sind, beschleunigen über die von ihnen freigesetzten extrazellulären Vesikel die Progression des Melanoms, wie eine Studie aus Finnland zeigt.

Extrazelluläre Vesikel werden von allen Zellen abgegeben, scheinen im Tumormikromilieu jedoch eine besonders wichtige Rolle in der Zell‑Zell‑Kommunikation zu spielen. Forschende der University of Eastern Finland untersuchten, wie extrazelluläre Vesikel proinflammatorischer M1‑Makrophagen die Funktion von Melanomzellen beeinflussen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Cell Communication and Signaling“ veröffentlicht.

Vesikel mit Zytokinen steigern Invasivität der Tumorzellen

Die neue Studie zeigt, dass von M1‑Makrophagen sezernierte extrazelluläre Vesikel inflammatorische Mediatoren wie die Zytokine Tumornekrosefaktor-α und Interleukin‑1β enthalten und dass diese Signalmoleküle über die Vesikel in Tumorzellen transportiert werden. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass extrazelluläre Vesikel aus M1‑Makrophagen in den Zielzellen den NF‑κB‑Signalweg aktivieren, der eine zentrale Rolle in der Entzündungsreaktion spielt. Das so entstehende inflammatorische Milieu steigert die Aggressivität und Invasivität der Tumorzellen, also ihre Fähigkeit, in das umgebende Gewebe einzudringen.

Melanomzellen mit dem Zellmembranprotein CD44 in Rot und dem Zellkern in Blau angefärbt. Mit einem Fluoreszenzfarbstoff markierte extrazelluläre Vesikel, die von Tumorzellen aufgenommen wurden, sind in Grün dargestellt. (© Kaisa Mäki‑Mantila)

Tumorzellen und Makrophagen in ihrem Mikromilieu stehen in einem ständigen wechselseitigen Austausch. Das Verständnis dieser Interaktionsmechanismen ist entscheidend, um neue Zielstrukturen für die Krebstherapie zu identifizieren.

Inflammatorischen Kreislauf unterbrechen

„Wir konnten zeigen, dass von M1‑Makrophagen freigesetzte extrazelluläre Vesikel die Motilität von Melanomzellen und damit die Melanomprogression verstärken können. Sie verstärken inflammatorische Signale innerhalb des Tumormikromilieus und etablieren einen günstigen, sich selbst erhaltenden inflammatorischen Kreislauf, in dem Tumorzellen gedeihen können“, sagt Doktorandin Kaisa Mäki‑Mantila von der University of Eastern Finland.

Die Ergebnisse offenbaren einen zentralen Mechanismus der Kommunikation zwischen Makrophagen und Tumorzellen. Dies eröffnet neue Ansatzpunkte, um Methoden zu entwickeln, die den inflammatorischen Kreislauf unterbrechen, der das Tumorwachstum antreibt. (ins)