Mammakarzinom: Brusterhaltende Therapie kann zu Verringerung des Brustvolumens führen3. April 2025 Foto: © PhotoPlus/stock.adobe.com Bei Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium führt eine brusterhaltende Therapie (BCT) einschließlich Strahlentherapie (RT) im Laufe der Zeit zu einer fortschreitenden Verkleinerung der Brust, so eine neue Studie der University of California, San Diego, USA. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen, die sich einer BET/RT unterziehen, innerhalb eines Jahres etwa 20 Prozent ihres Brustvolumens verlieren können, wobei sich die Abnahme über fünf Jahre fortsetzt“, erklärt Dr. Chris Reid von der University of California, San Diego. „Die Antizipation dieser Veränderungen kann die Erwartungen der Patientinnen beeinflussen und die Operationsplanung zur Wiederherstellung der Brust nach einer Brustkrebsbehandlung unterstützen“, fügt er hinzu. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Plastic and Reconstructive Surgery“ veröffentlicht. Neue Daten erhoben Die brusterhaltende Therapie – bestehend aus einer begrenzten Operation (Lumpektomie) und einer RT – ist für viele Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium die bevorzugte Behandlung. Sie bietet ähnliche Überlebensraten wie eine Mastektomie und gleichzeitig günstigere körperliche, psychische und Lebensqualitätsergebnisse. Die Strahlentherapie hat jedoch negative Auswirkungen auf das Brustgewebe, darunter eine Brustschrumpfung aufgrund strahleninduzierter Gewebeatrophie und Fibrose. Obwohl diese langfristige Nebenwirkung allgemein bekannt ist, liegen nur wenige Daten zum Ausmaß und zeitlichen Verlauf des Brustvolumenverlusts nach einer BET vor, schreiben eingangs die Autoren. Reid und Kollegen maßen die Veränderungen des Brustvolumens bei 113 Patientinnen, die sich zwischen 2005 und 2023 einer BET/BT wegen Brustkrebs im Frühstadium (T1) unterzogen. Die Messungen erfolgten anhand von Mammographien, die vor und nach der BET sowie bis zu fünf Jahre später durchgeführt wurden. Die Forscher untersuchten außerdem den Einfluss der anfänglichen Brustgröße und anderer Faktoren auf den Volumenverlust. Das Ergebnis: Entsprechend der Tumorgröße verringerte sich das Brustvolumen nach der Lumpektomie durchschnittlich um 9,2 Prozent. Der Rückgang setzte sich auch nach Abklingen der unmittelbaren Nebenwirkungen der Bestrahlung fort. Nach einem Jahr betrug der durchschnittliche Rückgang des Brustvolumens 19,3 Prozent, zusätzlich zum operativ entfernten Gewebe. Implikationen für die Erwartungen der Patientinnen „Fünf Jahre lang wurde jährlich eine zusätzliche Volumenveränderung beobachtet“, schreiben die Forscher. Zu diesem Zeitpunkt betrug die durchschnittliche Brustverkleinerung 26,6 Prozent. In Übereinstimmung mit früheren Studien zur Brustverkleinerung nach BET wurde „bei allen Patientinnen ein fortschreitender Volumenverlust beobachtet“. Bei Frauen mit größeren Brüsten und relativ geringem Tumorvolumen (weniger als 10 % des Brustvolumens) war die Gesamtbrustschrumpfung stärker: 29,5 Prozent, verglichen mit 21,7 Prozent bei Frauen mit kleineren Brüsten. Weitere Faktoren, die mit einem stärkeren Volumenverlust in Zusammenhang stehen, waren Rauchen, Diabetes und die zusätzliche zytotoxische Chemotherapie zur Strahlentherapie. Die Studie liefert neue Erkenntnisse zur Brustschrumpfung nach BET. Die erwartete Brustschrumpfung beträgt im ersten Jahr etwa 20 Prozent und steigt nach fünf Jahren auf etwa 26 Prozent an. Insbesondere angesichts der zunehmenden Bedeutung der Patientenzufriedenheit bei der Beurteilung der Ergebnisse der Brustkrebsbehandlung unterstreichen die Ergebnisse laut den Forschern die Notwendigkeit, langfristige Veränderungen des Brustvolumens bei Patientinnen nach BET/RT zu diskutieren.
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