Management von Herzerkrankungen im Verlauf von Krebstherapien14. April 2020 Foto: © Belkin & Co/Adobe Stock Es mehren sich die Hinweise darauf, dass Krebs und Herz-Kreislauf(CV)-Erkrankungen durch gemeinsame Risikofaktoren, die in einer alternden Bevölkerung zusammen auftreten, miteinander verknüpft sind. Sie scheinen auch aufgrund einiger nachteiliger Effekte onkologischer Therapien auf die CV-Gesundheit biologisch miteinander verbunden zu sein. Krebstherapien könnten ein breites Spektrum kurz- und langfristiger kardiotoxischer Wirkungen hervorrufen, berichten die Autoren, wobei eine explosionsartige Zunahme neuartiger Krebstherapien nicht nur zu einer dramatischen Veränderung in puncto Krebsprognose, sondern auch zu unerwarteten CV-Komplikationen jenseits der Herzinsuffizienz geführt hätten. In einem Konsensus-Papier schlägt die European Society for Medical Oncology (ESMO) vor, CV-Toxizitäten im Zusammenhang mit Krebs bzw. den entsprechenden Therapien zu definieren und Leitlinien für die Prävention, das Screening, die Überwachung und die Behandlung von CV-Toxizitäten bereitzustellen. Die Mehrzahl der Krebstherapien sei mit einer gewissen CV-Toxizität verbunden, die von asymptomatischen und vorübergehenden bis hin zu klinisch signifikanteren und lang anhaltenden Herzereignissen reiche. Es sei jedoch wichtig, dass Bedenken hinsichtlich möglicher CV-Schäden aufgrund von Krebstherapien gegen die potenziellen Vorteile einer Krebstherapie abgewogen werden, einschließlich der Vorteile für das Gesamtüberleben, betont die ESMO. CV-Erkrankungen bei Krebspatienten seien komplex, die Behandlung müsse individualisiert erfolgen. Zum Bereich der Kardio-Onkologie gehören laut der ESMO Prävention, Erkennung, Überwachung und Behandlung von CV-Toxizität im Zusammenhang mit der Krebstherapie. Auch müsse die sichere Entwicklung zukünftiger neuartiger Krebsbehandlungen gewährleistet sein, die Auswirkungen auf die CV-Gesundheit minimieren. Es sei zu erwarten, dass die in dem Konsensus-Papier diskutierten Managementstrategien für die Mehrheit der Patienten geeignet sind, doch bleibe das klinische Urteil der behandelnden Ärzte äußerst wichtig. Diese sollten bei Verwendung der Empfehlungen für Behandlungsoptionen und -entscheidungen auch die individuellen Umstände ihrer Patienten von Fall zu Fall berücksichtigen. (ac)
Mehr erfahren zu: "Positionspapier zur Ambulantisierung der Brustkrebsoperation" Positionspapier zur Ambulantisierung der Brustkrebsoperation Die senologischen Fachverbände haben ein gemeinsames Positionspapier zur Ambulantisierung der Brustkrebsoperation veröffentlicht. Der Hintergrund: Unter den aktuellen Rahmenbedingungen führt die ambulante Durchführung von Brustkrebsoperationen zu einer erheblichen Unterfinanzierung zentraler, für […]
Mehr erfahren zu: "US-Forscher: Zystoskopie plus ctDNA-Test könnte unnötige Zystektomien vermeiden" US-Forscher: Zystoskopie plus ctDNA-Test könnte unnötige Zystektomien vermeiden Eine aktuelle Studie, die beim Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology (ASCO-GU) vorgestellt wurde, zeigte einen hohen negativ prädiktiven Wert (NPV) für verbleibenden Blasenkrebs für die Kombination […]
Mehr erfahren zu: "Bundestag beschließt Änderungen an Krankenhausreform" Bundestag beschließt Änderungen an Krankenhausreform Eine Neuaufstellung der Krankenhäuser in Deutschland steht eigentlich schon im Gesetz. Union und SPD bringen jetzt aber Nachbesserungen der Krankenhausreform durch.