Manche Hunderassen erkranken häufiger an Durchfall als andere19. Juni 2025 Cavapoo Foto: © Royal Veterinary College, CC-BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/) Jedes Jahr wird in Großbritannien bei jedem zwölften Hund Durchfall diagnostiziert, wie eine aktuelle Studie belegt. Erfreulicherweise zeigt die Studie auch, dass die Angelegenheit bei 80 Prozent der Vierbeiner nach nur einem Tierarztbesuch behoben ist. Laut einer Studie von Dan O’Neill vom Royal Veterinary College, Großbritannien, und Kollegen, die am 11. Juni 2025 im Open-Access-Journal „PLOS One“ veröffentlicht wurde, erkrankt in Großbritannien etwa jeder zwölfte Hund an Durchfall. Dabei sind manche Rassen anfälliger als andere. Für die Studie analysierten Forscher die Gesundheitsdaten von mehr als zwei Millionen Hunden, die 2019 in Großbritannien beim Tierarzt vorgestellt wurden. Sie schätzten, dass bei 8,18 Prozent von ihnen, also etwa jedem Zwölften, im Laufe des Jahres Durchfall diagnostiziert wurde. Bei sechs Rassen – Malteser, Zwergpudel, Cavapoo, Deutscher Schäferhund, Yorkshire Terrier und Cockapoo – wurde jedoch deutlich häufiger Durchfall diagnostiziert als bei Mischlingen. Die festgestellten Rassenprädispositionen deuten auf eine genetische Komponente hin. Nur bei zwei Rassen – Jack Russell Terrier und Chihuahua – ergab sich eine geringere Wahrscheinlichkeit für die Diagnose Durchfall. Es ist möglich, dass bei diesen Rassen eine höhere oder niedrigere Anfälligkeit für Durchfall besteht. Alternativ, so spekulieren die Autoren der Studie, könnten bei verschiedenen Rassen auch unterschiedliche Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten vorliegen oder sogar Besitzer, die ihren Hund unterschiedlich häufig zum Tierarzt bringen. Bei Hunden im Alter von drei Jahren und jünger sowie ab neun Jahren wurde häufiger Durchfall diagnostiziert als bei Hunden im Alter von vier bis fünf Jahren. Junge Hunde neigen möglicherweise eher dazu, Dinge zu fressen, die sie nicht fressen sollten, was häufig zu Verdauungsproblemen führe, und ältere Hunde könnten altersbedingt an Durchfall leiden, so mutmaßen die Autoren. Darüber hinaus wurden bei vielen der Hunde, die an Durchfall litten, gleichzeitig andere Erkrankungen diagnostiziert. Etwa 44 Prozent der Hunde erbrachen, 28 Prozent zeigten Appetitlosigkeit und 24 Prozent waren lethargisch. Bei etwa 29 Prozent aller Fälle wurde der Durchfall als hämorrhagisch eingestuft. Die meisten Hunde erholten sich offenbar schnell von ihrem Durchfall; über 80 Prozent benötigten nur einen Tierarztbesuch. Dennoch ergab die Studie, dass etwa 38 Prozent aller Diarrhoe-Fälle mit Antibiotika behandelt wurden, obwohl Experten bei Hunden mit leichtem oder mittelschwerem Durchfall seit Jahren von der Anwendung von Antibiotika abraten. Dr. Dan O’Neill, außerordentlicher Professor für Haustierepidemiologie am RVC und Co-Autor der Studie, fügt hinzu: „Das gefürchtete ‚Poonami‛ mit dem eigenen Hund zu erleben, ist eines der Ereignisse, vor denen sich jeder Hundebesitzer fürchtet. Diese neue Studie zeigt, dass Durchfall bei Hunden sehr häufig vorkommt, Besitzer aber nicht in Panik geraten sollten – egal wie schlimm der Durchfall ist, die meisten Hunde erholen sich innerhalb weniger Tage nach der tierärztlichen Behandlung.“ Finanzierung: Diese Studie wurde am RVC durch eine Bewilligung des Kennel Club Charitable Trust und der Agria Pet Insurance gefördert. Weder der Kennel Club Charitable Trust noch Agria Pet Insurance oder der Kennel Club hatten Einfluss auf das Studiendesign, die Erhebung, Analyse und Interpretation der Daten oder das Verfassen des Manuskripts.
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