MARS-Konzept beim Rektumkarzinom kann vielen Patienten eine radikale OP ersparen16. Juli 2026 Darstellung Rektumkarzinom. (Abbildung: Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com) Auf dem 32. Jahreskongress der DEGRO in Leipzig ist kürzlich ein neuartiges Behandlungskonzept auf Grundlage einer Magnetresonanztomograpie-geführten Strahlendosis-Eskalation beim Rektumkarzinom vorgestellt worden. Das Konzept mit der Bezeichnung „MARS“ wurde an der Universitäts-Strahlenklinik in Tübingen entwickelt. Wie Studienleiter Prof. Cihan Gani in Leipzig in einer Highlight-Sitzung im Rahmen der Jahrestagung 2026 der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) erläuterte, wird dabei zusätzlich zur Standard-Radiochemotherapie (25-28 Fraktionen mit 1,8-2 Gy über ca. 5 Wochen mit simultaner, intravenöser oder oraler Chemotherapie mit Fluoropyrimidin) einmal wöchentlich eine online-adaptive Dosisaufsättigung mit jeweils 3 Gy (Boost-Bestrahlung) des Enddarmtumors sowie vergrößert-suspekter Lymphknoten durchgeführt. Dies gelingt durch einen speziellen Linearbeschleuniger (1,5T-MR-Linac), der eine Kombination aus tagesaktueller Bildgebung mittels Magnetresonanztomographie sowie darauf basierender, hochpräziser Strahlführung ermöglicht. Verzicht auf radikale OP möglich bei bemerkenswerten 83 Prozent Das interdisziplinäre Behandlungsteam aus Tübingen berichtete in Leipzig über die ersten 34 nach dem MARS-Schema behandelten Patienten mit lokal fortgeschrittenen Enddarmtumoren. Von diesen hatten bei der ersten Beurteilung des Tumoransprechens nach Abschluss der Behandlung 31/34 (91%) keinen oder nur noch einen minimalen Resttumor im Enddarm, sodass ihnen zunächst der Verzicht auf eine radikale Operation angeboten werden konnte. Anschließend wurden die Patienten weiter engmaschig verfolgt. Nach zwei Jahren lag der Prozentsatz derjenigen, die keiner radikalen Operation bedurften, immer noch bei 83 Prozent ‒ ein „erstaunlicher“ Anteil, urteilt die DEGRO. „Natürlich brauchen wir noch eine längere Nachbeobachtungszeit und ein größeres so behandeltes Patientenkollektiv.“, schränkt der Sprecher der Deutschen Rektumkarzinom-Studiengruppe und Kongresspräsident 2026, Prof. Claus Rödel, ein. „Aber die bisherigen Studienergebnisse aus Tübingen sind vielversprechend, zumal auch die Funktion des erhaltenen Enddarms (gemessen mit spezifischen Scores: Wexner und LARS) trotz Dosiseskalation der Radiotherapie keine wesentliche Verschlechterung zu den Ausgangswerten aufwies.“ Mehr zum Thema Rektumkarzinom: Wirksame Kombination: Neue Strategie für eine bessere Behandlung des Rektumkarzinoms Rektumkarzinom: Neues Zentrum für den Organerhalt in Köln
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