MASLD: Taillenumfang und Körpergröße geben Hinweise auf das individuelle Risiko

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Da die Prävalenz der Stoffwechseldysfunktion-assoziierten Steatohepatitis (MASLD) bei jungen Menschen stark zunimmt, wird dringend ein einfach anzuwendendes Screening-Instrument benötigt. Eine internationale Studie deutet nun darauf hin, dass das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße für eine erste Risikoschätzung ausreichend sein könnte.

Die Stoffwechseldysfunktion-assoziierte Lebererkrankung (MASLD) ist mittlerweile die häufigste chronische Lebererkrankung bei Kindern und Jugendlichen und spiegelt deutlich den weltweiten Anstieg der Adipositas im Kindesalter wider. Die Erkrankung kann zu langfristigen Gesundheitsproblemen führen, doch viele betroffene Kinder werden möglicherweise nicht frühzeitig erkannt. Daher werden einfache und kostengünstige Screening-Instrumente wie das das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße (WHtR) benötigt, um Kinder und Jugendliche mit hohem MASLD-Risiko zu identifizieren. Zudem sollten sie über verschiedene ethnische Gruppen und genetische Hintergründe hinweg anwendbar und konsistent sein.

Um die Aussagekraft des WHtR über verschiedene Bevölkerungsgruppen und genetische Hintergründe hinweg zu evaluieren, kombinierte ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Wissenschaftlern der Peking-Universität in China Daten von chinesischen Schulkindern (Explorationskohorte) mit Daten aus der US-amerikanischen NHANES(National Health and Nutrition Examination Survey)-Studie (Validierungskohorte). Dabei zeigte sich, dass ein WHtR-Schwellenwert von 0,48 über Populationen mit unterschiedlichem ethnischen und genetischen Hintergrund hinweg eine konsistente Screening-Leistung aufweist, was das Potenzial für einen breiteren klinischen und gemeindenahen Einsatz unterstreicht.

Ein einfaches Maßband genügt

Die genetischen Varianten unterschieden sich nur geringfügig, und ein höheres genetisches Risiko senkte die theoretischen Schwellenwerte zwar leicht, ließ das WHtR jedoch weitgehend stabil. In der NHANES-Kohorte der WHtR-Schwellenwert von 0,48 bei den meisten ethnischen Gruppen gute Ergebniss. Genetische Risikoschores (GRS) trugen hingegen kaum zur Aussagekraft bei, was den Forschenden zufolge darauf hindeutet, dass ein einfaches Maßband für ein erstes Screening ausreichen könnte und komplexe genetische Profilierungen zur Identifizierung von Risikokindern möglicherweise nicht erforderlich sind.

Die Studie ergab im Allgemeinen nämlich geringe Unterschiede an MASLD-relevanten Loci, wobei die größte Abweichung bei Personen afrikanischer Abstammung und eine moderate Abweichung in südasiatischen Populationen festzustellen war. Als noch wichtiger heben die Autoren hervor, dass ein höherer GRS zwar theoretisch den optimalen Screening-Schwellenwert für verschiedene Indizes senkt, dieser Effekt jedoch bei komplexen Markern wie dem Viszeral-Adipositas-Index (VAI) am ausgeprägtesten war, während er für das WHtR bemerkenswert stabil blieb. Dies deutet den Forschenden zufolge darauf hin, dass das WHtR auch bei Kindern mit unterschiedlichem Grad an genetischer Anfälligkeit eine zuverlässige Screening-Maßnahme bleibt.

„Unser Ziel war es, ein Screening-Instrument zu finden, das für alle funktioniert, nicht nur für diejenigen, die Zugang zu hochmodernen Labors haben“, erklärten die Autoren. „Die Tatsache, dass dieses einfache Verhältnis seine Genauigkeit über unterschiedliche genetische Hintergründe hinweg beibehält, ist sehr ermutigend. Auch wenn Gentests durchaus ihre Berechtigung haben, hat ihre Einbindung in Screening-Modelle für die Ersterkennung in der Praxis nur einen sehr geringen Nutzen. Ein einfaches Maßband, kombiniert mit einem klaren Grenzwert, kann Gesundheitsfachkräften überall dabei helfen, gefährdete Kinder zu identifizieren und frühzeitig einzugreifen.“