Mastzellen bei Interstitieller Zystitis/Blasenschmerzsyndrom: Hohe Inkonsistenz bei pathologischen Berichten30. Januar 2026 Mastzellen in einem histologischen Präparat. Foto: JosLuis – stock.adobe.com Laut einer aktuellen US-Studie fehlt es bei der histologischen Befundung von Blasenbiopsien bei Patienten mit Interstitieller Zystitis/Blasenschmerzsyndrom (IC/BPS) an Standardisierung. Dies führe zu inkonsistenten Daten und Unsicherheit hinsichtlich der Interpretation der pathologischen Befunde, beklagen Mediziner von der Wake Forest University School of Medicine. Das Team um Stephen J. Walker führte eine retrospektive Analyse von 461 pathologischen Befunden durch, die im Rahmen einer prospektiven Studie an Patienten mit IC/BPS in der urologischen Klinik des Wake Forest Baptist Hospital zwischen Oktober 2011 und Juli 2023 erhoben wurden. Dabei stellte sich heraus, dass die Färbestrategie zur Darstellung von Mastzellen zwischen den Pathologen variierte: Sie nutzten eine Färbung der Mastzell-Tryptase TPSAB1 oder der Tyrosinkinase KIT (CD117), kombinierten Färbungen, verwendeten Toluidinblau oder spezifizierten die Färbung nicht näher. Zudem gaben die Pathologen die Mastzellzahl in unterschiedlicher Weise an: als Einzelwert, als einen Bereich oder lediglich qualitativ. Auch die Einheit für die Mastzellzählung war verschieden: Manche gaben sie pro Hauptgesichtsfeld (HPF) an, pro mm² oder machten keine Angabe. Die durchschnittliche Mastzellzahl pro HPF war über alle Färbemethoden hinweg signifikant niedriger als pro mm² (p<0,0001). Die durchschnittliche Anzahl mit KIT gefärbter Mastzellen lag signifikant unter der von TPSAB1-gefärbten Präparaten (p<0,0001). Dieser Trend blieb auch dann signifikant, wenn die Studienautoren nur die KIT- und TPSAB1-Zahlen pro HPF betrachteten (p=0,0007). Die pathologischen Berichte erhielten darüber hinaus Angaben zu identifizierten Plattenepithelmetaplasien sowie akuten und/oder chronischen Entzündungen. (ms/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Gesundheitsausgaben lagen 2025 weit über 500 Milliarden Euro" Gesundheitsausgaben lagen 2025 weit über 500 Milliarden Euro In den vergangenen 30 Jahren haben sich die Ausgaben im Gesundheitswesen mehr als verdreifacht. Eine detaillierte Statistik zum Jahr 2024 zeigt, wo die Kosten am meisten stiegen.
Mehr erfahren zu: "Neue Studie nimmt gesundheitliche Versorgung von trans* Personen in den Fokus" Neue Studie nimmt gesundheitliche Versorgung von trans* Personen in den Fokus In dem Projekt Trans*power untersucht ein Forschungsteam der Medizinische Hochschule Hannover die Erfahrungen und Bedürfnisse sowohl von trans* Personen als auch von medizinischen Fachleuten. Das Projekt soll Impulse geben für […]
Mehr erfahren zu: "Deutscher Krebspreis 2026 geht an sechs Wissenschaftler" Deutscher Krebspreis 2026 geht an sechs Wissenschaftler Der Deutsche Krebspreis − verliehen von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung − wird jährlich in den Kategorien „Translationale Forschung“, „Klinische Forschung“, „Experimentelle Forschung“ und „Versorgungsforschung“ vergeben.