Maternaler Diabetes beeinflusst kindliche Gehirnentwicklung

Bei einer Schwangeren wird der Blutzucker gemessen
© Peakstock – stock.adobe.com (Symbolbild)

Laut einer internationalen Übersichtsarbeit ist mütterlicher Diabetes mit kognitiven und psychomotorischen Beeinträchtigungen bei Kindern assoziiert. Prägestationaler Diabetes zeigte die stärkste Verbindung.

Für die systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse wurden PubMed, Web of Science, Embase und EBSCO von Beginn bis zum 01.12.2024 nach Studien durchsucht, die die neurologische Entwicklung bei Kindern von Müttern mit Diabetes beobachteten. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in „The Lancet Diabetes & Endocrinology“.

Der primäre Endpunkt waren neurologische Entwicklungsstörungen, definiert nach DSM-5 und ICD-11. In die Analyse wurden 202 Studien mit insgesamt 56.082.462 Mutter-Kind-Paaren eingeschlossen. Davon untersuchten 110 Studien Gestationsdiabetes und 80 prägestationalen Diabetes. In 169 Studien lag der Fokus ausschließlich auf Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren. In Studien mit Adjustierung für zentrale Störfaktoren war maternaler Diabetes mit einem erhöhten Risiko für alle Formen neurologischer Entwicklungsstörungen sowie mit niedrigeren Intelligenz- und Psychomotorikwerten assoziiert.

In Studien mit multivariater Adjustierung (n=98) ergab sich für Kinder exponierter Mütter ein erhöhtes Risiko für jede neurologische Entwicklungsstörung (relatives Risiko [RR] 1,28), Autismus-Spektrum-Störung (RR 1,25), Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (RR 1,30), Intelligenzminderung (RR 1,32), spezifische Entwicklungsstörungen (RR 1,27), Kommunikationsstörungen (RR 1,20), motorische Störungen (RR 1,17) und Lernstörungen (RR 1,16). Ein prägestationaler Diabetes war stärker mit einem erhöhten Risiko assoziiert als Gestationsdiabetes (RR 1,39 vs. 1,18). (hsp)