Maternales Übergewicht und Hyperglykämie: Kinder häufig übergewichtig24. August 2020 © Kletr – stock.adobe.com Übergewicht und Adipositas sowie Hyperglykämie in der Schwangerschaft sind mit verschiedenen unmittelbaren Risiken assoziiert, sowohl für die Mutter als auch das Kind. In einer Studie unter Leitung von Dr. Boyd Metzger, Northwestern University, Chicago, USA, konnten Forscher den nachteiligen Effekt auch Jahre später bei den Kindern feststellen: Diese waren in der Regel dicker als ihre Altersgenossen von Müttern, die während der Schwangerschaft nicht adipös waren. Zwischen 2000 und 2006 wurde die internationale epidemiologische Studie HAPO durchgeführt. Eine Follow-up-Studie erfolgte in den Jahren 2013–2016. Aus diesem Datenpool werteten die Forscher die Outcomes von 4832 Kindern aus und ermittelten den Body-Mass-Index (BMI), Körperfett und Taillenumfang. Die Kinder waren im Mittel 11,4 Jahre alt. Von den Müttern erfassten die Forscher den BMI und Zuckerwerte während der Schwangerschaft. Nach Herausberechnung des Kindesalters, Geschlechts, Zentrums und anderen maternalen Faktoren zeigte der maternale BMI eine signifikante, positive Assoziation mit allen Adipositas-Outcomes beim Kind, so die Forscher. Bei maternaler Glykämie war dies ebenso der Fall – allerdings konnte keine Beziehung zum kindlichen BMI hergestellt werden. Betrachteten die Forscher beide Aspekte zusammen, BMI und Glykämie, und verglichen die Ergebnisse mit nicht adipösen Frauen ohne Schwangerschaftsdiabetes, war maternale Adipositas und Schwangerschaftsdiabetes mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für übergewichtige/adipöse Kinder (BMI) assoziiert. So betrugen die OR für maternale Adipositas 3,00 (95%-KI 2,42–3,74), für Schwangerschaftsdiabetes 1,30 (95%-KI 1,14–1,71) und für beide Faktoren 3,55 (95%-KI 2,49–5,05). Beim Körperfett (>85. Perzentil) lagen die entsprechenden OR bei 2,15 (95%-KI 1,68–2,75), 1,33 (95%-KI 1,03–1,72) und 3,88 (95%-KI 2,72–5,55). Auch beim Taillenumfang (>85. Perzentil) wurden ähnliche Werte beobachtet (OR 2,52 [95%-KI 1,99–3,21], 1,39 [95%-KI 1,07–1,80] bzw. 4,18 [95%-KI 2,93–5,96]). Fazit Somit wird deutlich dass beide Faktoren – Adipositas und Schwangerschaftsdiabetes – in Kombination die Wahrscheinlichkeit für adipöse Kinder am stärksten erhöhen. (bs) Autoren: Josefson JL et al. Korrespondenz: Boyd Metzger; [email protected] Studie: The Joint Associations of Maternal BMI and Glycemia With Childhood Adiposity Studie: J Clin Endocrinol Metab 2020;105(7):dgaa180. Web: https://dx.doi.org/10.1210/clinem/dgaa180