MDS: Fokus auf Multimorbidität lohnt sich9. Oktober 2026 Bild: ©Sviatlana – stock.adobe.com Bei Patienten mit Myelodysplastischem Syndrom (MDS) könnten ein Fokus auf Multimorbidität und ein ganzheitlicher, multidisziplinärer und patientenzentrierter Ansatz zur Bewältigung häufiger chronischer Erkrankungen die Therapieergebnisse signifikant verbessern. Zu dieser Schlussfolgerung kamen Autoren einer systematischen Übersichtsarbeit samt Metaanalyse um Dr. Konstantinos Liapis von der Democritus University of Thrace Medical School in Alexandroupolis kürzlich in der Fachzeitschrift „Cancer“. Dafür hatten sie die Ergebnisse von 28 Studien mit insgesamt 71.400 Patienten zusammengeführt. Wie sie bei der Auswertung beobachteten, haben Menschen mit MDS ein 6,2-fach höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen als die Allgemeinbevölkerung. Als besonders auffällig heben sie die hohe Prävalenz von Herzinsuffizienz hervor (zwischen 10,4 % und 18,6 %). Dies deute darauf hin, dass Herzinsuffizienz ein wichtiges Problem bei MDS darstellt, das dringender Aufmerksamkeit bedürfe, mahnen sie. Auch die Prävalenz chronischer Nieren- und Lebererkrankungen sowie solider Tumoren war bei Patienten mit MDS erhöht. Deutlich höhere Prävalenz von Multimorbidität beim MDS „Die Ergebnisse dieser Analyse deuten auf eine deutlich höhere Prävalenz von Multimorbidität bei MDS-Patienten vs. Allgemeinbevölkerung hin (79,1 % vs. 63,4 %; p < 0,0001)“, schildert das Wissenschaftlerteam. Darüber hinaus zeigten die Daten, dass der Zusammenhang zwischen MDS und nicht übertragbaren Krankheiten sowohl in Ländern mit hohem als auch mit niedrigem Einkommen stark ausgeprägt sei. Auch nehme die Komorbiditätslast mit höheren Werten im revidierten International Prognostic Scoring System zu und Patienten mit Multimorbidität hätten ein doppelt so hohes Sterberisiko wie solche ohne Multimorbidität. Eine hohe Komorbiditätslast stelle bei MDS ein häufiges Problem dar, das 35 Prozent der Patienten betreffe, ergänzt das Team (sf) Das könnte Sie auch interessieren: KI-Modell soll Blutkrebs-Diagnostik deutlich erleichtern AML nach MPN: allo-HSZT scheinbar die beste Option