Mecklenburg-Vorpommern: Land und Universitätsmedizinen verstärken Kampf gegen den Krebs13. Januar 2023 Bild: ©ii-graphics – stock.adobe.com Am gestrigen Donnerstag ist in Mecklenburg-Vorpommern das Comprehensive Cancer Center MV (CCC-MV) in die Umsetzungsphase gestartet. Wissenschaftsministerin Bettina Martin, die ärztlichen Vorstände der Universitätsmedizinen und die Sprecher der Standorte Rostock und Greifswald sowie der Aufsichtsratsvorsitzende der Universitätsmedizinen haben die Zielvereinbarung 2030 für das CCC-MV unterschrieben. Das Land und die Universitätsmedizinen stärken damit Vorsorge, Behandlung und Erforschung von Krebs in Mecklenburg-Vorpommern deutlich. „11.000 Menschen erkranken in Mecklenburg-Vorpommern pro Jahr an Krebs, Tendenz steigend. 80.000 leben mit der Krankheit. Heute setzen wir einen wichtigen Meilenstein im verstärkten Kampf gegen den Krebs in unserem Land. Die Universitätsmedizinen Rostock und Greifswald arbeiten im neuen Comprehensive Cancer Center MV standortübergreifend und sehr eng zusammen”, erläutert Martin. “Forschung, Vorsorge und Behandlung an den Universitätsmedizinen und vor allem auch auf dem Land sollen in Zusammenarbeit mit Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten deutlich verbessert werden. Krebs früh zu erkennen und bestmöglich zu behandeln, das gelingt mit schnellem Transfer von onkologischem Fachwissen und neuesten medizinischen Erkenntnissen. Das wird das neue CCC-MV leisten.“ Die Ärztliche Vorständin der Universitätsmedizin Rostock, Dr. Christiane Stehle, sagt: „Trotz des Fortschritts in der Krebsmedizin zählen onkologische Erkrankungen zu den häufigsten Todesursachen. Das möchten und müssen wir ändern. Interdisziplinäre und interprofessionelle Strukturen tragen dazu einen großen Teil bei.“ Der Ärztliche Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald, Prof. Uwe Reuter, sagt: „Die Behandlung von Krebs ist so vielgestaltig und wichtig, dass sie in die Hände von Spezialisten gehört, die sich wissenschaftlich mit diesen Erkrankungen beschäftigen. Durch die Förderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und auf Basis dieser Vereinbarung können die Universitätsmedizinen Greifswald und Rostock ihre zielgerichteten Aktivitäten fortsetzen, um eine exzellente Medizin zur Erforschung, Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen aufzubauen, mit dem langfristigen Ziel, von der Deutschen Krebshilfe als Spitzenzentrum zertifiziert zu werden.“ Zur Arbeit des Comprehensive Cancer Centers MV (CCC-MV) erläutert Prof. Christian Junghanß, Sprecher des CCC-MV: „Jeder Krebs ist anders. Das stellt uns vor besondere Herausforderungen. Vor allem der onkologischen Forschung kommt hier eine sehr große Bedeutung zu, denn so können Früherkennung und anschließende personalisierte Behandlungen verbessert und unseren Patienten in Mecklenburg-Vorpommern angeboten werden.“ Der Sprecher des CCC-MV Standortes Greifswald, Prof. Florian Heidel, führt aus: „In den vergangenen Jahren haben Kenntnisse zu genetischen Veränderungen von Krebszellen uns detailliertere Einblicke in die Biologie dieser Erkrankungen ermöglicht, die diagnostisch und therapeutisch genutzt werden können. Um einen schnellstmöglichen Transfer dieser Erkenntnisse in die klinische Anwendung in Mecklenburg-Vorpommern zu gewährleisten, ist eine Struktur notwendig, die einen engen Austausch zwischen Onkologen und klinisch spezialisierten Ärzten ermöglicht und die technischen und personellen Voraussetzungen bietet. Durch die Förderung des CCC-MV durch die Landesregierung kann diese Zusammenarbeit von universitären Zentren und Versorgung der Patienten im Land gelingen und neueste onkologische Entwicklungen in die klinische Anwendung bringen.“ Das Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert den Aufbau des Comprehensive Cancer Centers MV mit jährlich zwei Millionen Euro plus Dynamisierung. An beiden Standorten wurden bereits insgesamt sechs neue Professuren eingerichtet. Mit den Standorten an den Universitätsmedizinen Rostock und Greifswald sollen die flächendeckende Krebspatientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau und nach aktuellem onkologischen Wissensstand in Zusammenarbeit mit anderen Kliniken und niedergelassenen Ärzten im Land verbunden werden. Beispielsweise können Behandlungen künftig zwischen Ärzten vor Ort und Spezialisten der Universitätsmedizinen mit Hilfe von Telemedizin eng abgestimmt werden. Die ärztliche Ausbildung, der medizinische Wissenstransfer, Wissenschaft und Forschung in Onkologie und Hämatologie werden mit dem CCC-MV gestärkt. Die Universitätsmedizinen arbeiten eng zusammen, um Vorsorge, Erkennung, Behandlung und Erforschung von Krebs in Mecklenburg-Vorpommern zu stärken. Außerdem ist es Ziel, Teil eines Netzwerkes onkologischer Spitzenzentren in Deutschland zu werden, die durch die Deutsche Krebshilfe gefördert werden. Die Aufbauphase für das CCC-MV nach dem Landtagsbeschluss vom Mai 2020 ist nun abgeschlossen. Die Zielvereinbarung bis 2030 markiert den Beginn der Umsetzungsphase.
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