Mediziner und Kommunikationsdesigner starten gemeinsame Kampagne “Weniger Antibiotika …”10. Februar 2020 Die beiden Studentinnen der Fakultät Gestaltung, Lea Strauß (links) und Jasmina Jüngling, präsentierten stellvertretend für das 10-köpfige Team ihr gemeinsames Produkt, das COLD-Magazin. Foto: ©Hochschule Wismar/K. Baldauf Studierende der Hochschule Wismar haben die Kampagne „Weniger Antibiotika…” gemeinsam mit dem Institut für Allgemeinmedizin der Universität Rostock und weiteren Projektpartnern realisiert und neben Slogan und Website auch die Symbolfigur Hatschi sowie Ausmalheft, Comic, Magazin, Faltblätter und Plakate entwickelt. Die Arbeiten erfolgten innerhalb des interdisziplinären Drittmittelprojektes „Change-3“ – gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit mit insgesamt rund 1,2 Million Euro, davon ca. 130.000 Euro für die Hochschule Wismar. Ergebnispräsentation mit Hatschi und Tibi Am Nachmittag des 5. Februar 2020 stellten fünf Studierende des Diplom-Studiengangs Kommunikationsdesign und Medien der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar ihre crossmediale Kampagne „Weniger Antibiotika …“ vor. Gemeinsam mit folgenden Projektpartnern hatten die Wismarer Studierenden und Betreuer während der 36-monatigen Projektlaufzeit vom 1. Februar 2017 bis zum 30. Juni dieses Jahres eng zusammengearbeitet: mit dem Institut für Allgemeinmedizin Rostock, dem aQua Institut Göttingen und dem Universitätsklinikum Heidelberg. Neben dem 10-seitigen Comic „Abenteuer in Immunopolis“ mit dem Superhelden Tibi, entworfen von den Studenten Ferdinand Boddien und Florian Polte wurde das erstmalig aufgelegte und mit 90 Seiten bedeutend umfangreicherem Magazin „COLD“ präsentiert. Nicht nur die Gestaltung des Magazins oblag der Wismarer Projektgruppe, Auch die Texte wurden von 10 Studentinnen verfasst. Die kindgerechte Symbolfigur Hatschi, wohnhaft im Immunsystem, konnte als Akteur in einem Ausmalheft vorgestellt werden. Das Plüschtier „Hatschi“ befindet sich noch auf der Reise vom Hersteller zum Campus. Auf der bereits seit 2018 frei zugänglichen Homepage www.weniger-antibiotika.de sind neben Informationen zu einem sensibleren Umgang mit Antibiotika, auch vielfältige von den Studierenden entwickelte Plakate und Faltblätter im Shopsystem von Arztpraxen kostenfrei bestellbar. An der Hochschule Wismar wurden die Studierenden von Prof. Arwed Voss, Professor für Entwerfen und Grafikdesign, und Dipl.-Designer (FH) Mirko Leyh, wissenschaftlicher Mitarbeiter, der Fakultät Gestaltung betreut. Der Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Universität Rostock, Prof. Attila Altiner, begleitete die studentischen Entwürfe bis zur Realisierung. Themenvielfalt auf Augenhöhe verständlich vermittelt „Es ist schon etwas Besonderes, dass Ärzte und Kommunikationsdesigner eine gemeinsame Schnittmenge gefunden haben, die über die rein medizinischen Aspekte hinausgeht“, betont Altiner. So haben die Studierenden gleich zu Beginn ihrer Arbeit am Projekt nach der Analyse und Zieldefinition aus der englischen Projektbezeichnung „Converting Habits of Antibiotic Use for Respiratory Tract Infections in German Primary Care, kurz: „CHANGE-3“, den Claim „Weniger Antibiotika …“ entwickelt. Auf der Website wird u. a. der Unterschied zwischen Bakterien und Viren, das Resultat „multiresistente Bakterien“ bei übermäßiger Einnahme von Antibiotika sowie Alternativen und Notwendigkeiten des Medikaments thematisiert. Empfehlungen und Verhaltensweisen für Patienten sowie mögliche Konsequenzen für das Mikrobiom im Magen-Darm-Trakt sind weitere Themen der Kampagne, um den Patienten einen verantwortungsvolleren Umgang mit Antibiotika näher zu bringen. So lernen die Leser, dass Antibiotika gegen Bakterien und nicht gegen Viren helfen und ein Gespräch zwischen Arzt und Patient auf Augenhöhe Alternativen schaffen, oder eben die dringliche Notwendigkeit von Antibiotika, herausfiltern könnte. Die Studierenden der Hochschule Wismar beschäftigten sich mit der Themenvielfalt – so auch mit dem Gebrauch von Antibiotika in der Fleischindustrie oder der durchschnittlichen Einnahme pro Kopf in Europa – und bereiteten sie zielgruppengerecht in einfacher Sprache anhand von verschiedenen Medien auf. Das Kommunikationsziel ist eine aufgeklärte Bevölkerung, weniger Patienten mit Atemwegsinfekten und ein reduzierter Antibiotikagebrauch. „Eine Stärkung der Gesundheitskompetenz ist die Lösung“, ist das Fazit der Kampagne.
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