Medizinische Hochschule Hannover feiert 50 Jahre Kinderklinik

Die Kinderklinik der MHH feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. (Foto: © Medizinische Hochschule Hannover)

In diesem Jahr feiert das Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover sein 50-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums findet am 30. August 2024 ein großes Symposium statt.

Einerseits verschiedene Fachabteilungen, andererseits eine Einheit, die das gesamte Spektrum pädiatrischer Erkrankungen abdeckt und Kindern und Jugendlichen die bestmögliche Versorgung bietet – dieses Ziel verfolgten die Gründungsväter, als sie in den 1970er-Jahren die Kinderklinik aufbauten. Das Prinzip hat sich bis heute bewährt. „Wir haben fünf verschiedene hochspezialisierte Kliniken unter einem Dach, die zusammen das ganze Spektrum der modernen Kinderheilkunde abdecken und hervorragend zusammenarbeiten“, erklärt Prof. Dieter Haffner, geschäftsführender Direktor des Zentrums für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. „Einzelne ausgezeichnete Abteilungen gibt es überall, aber unsere Interdisziplinarität ist etwas Besonderes.“

Lückenlose Versorgung

Dank der engen interdisziplinären und interprofessionellen Kooperation können Kinder und Jugendliche selbst mit schwersten Erkrankungen und komplexem Versorgungsbedarf optimal behandelt werden. Beispiele dafür sind Erkrankungen, die mehrere Organe oder ein ganzes Organsystem betreffen, sowie Transplantationen. Pro Jahr werden in der Kinderklinik insgesamt rund 56.000 Patientinnen und Patienten behandelt, davon 6000 auf Stationen, 30.000 in Spezialambulanzen und 20.000 in der pädiatrischen Notaufnahme. Seit 1970 wurden mehr als 2100 junge Menschen transplantiert. Pro Jahr bekamen durchschnittlich 50 Mädchen und Jungen eine neue Niere, Leber, Lunge oder ein neues Herz. Eine gute Zusammenarbeit gibt es aber nicht nur innerhalb der Kinderklinik, sondern auch mit anderen Fachabteilungen wie beispielsweise der Humangenetik, Radiologie, Labormedizin, Neurochirurgie und Neuroradiologie und Anästhesiologie. Die Kinderklinik ist in allen Arbeitsbereichen des Zentrums für Seltene Erkrankungen der MHH integriert.

Die Kliniken im Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin haben folgende Schwerpunkte:

Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie: Dort erfolgt die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit akuten und chronischen Lungenerkrankungen, Allergien, Rheuma und (Auto-)Immunerkrankungen. Außerdem gehört die Früh- und Neugeborenenstation des Perinatalzentrums Level 1 dazu.

Pädiatrische Nieren-, Leber-, und Stoffwechselerkrankungen und Neuropädiatrie: Dazu zählen alle Krankheitsbilder der Nieren, der Leber, des Magen-Darm-Trakts und der Verdauung, der hormonproduzierenden Organe, des Nervensystems und des Stoffwechsels. Eine große Rolle spielt die Behandlung von jungen Menschen rund um eine Nieren-oder Lebertransplantation.

Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin: Das Team behandelt das gesamte Spektrum kardiologischer Erkrankungen. Direkt angebunden ist das Team für die spezialisierte Chirurgie angeborener Herzfehler. Die Intensivstation ist mit 18 voll ausgestatteten Beatmungsplätzen eigenen Angaben zufolge die größte Kinderintensivstation Deutschlands. Dazu gehört auch das Pädiatrische Intensivnetzwerk PIN, ein Verbund von 40 Kinderkliniken in fünf Bundesländern zur Verbesserung der Versorgung schwerstkranker Kinder.

Pädiatrische Hämatologie und Onkologie: Die Abteilung betreut junge Menschen mit Erkrankungen des Blutes. Dazu gehören alle im Kinder- und Jugendalter vorkommenden Krebserkrankungen wie Leukämien und Lymphome und solide Tumore sowie Erkrankungen der Bestandteile des Blutes und Gerinnungsstörungen. Ausschließlich in der Pädiatrischen Hämatologie und Onkologie der MHH werden in Niedersachsen hämatopoetische Stammzelltransplantationen angeboten.

Kinder- und Jugendchirurgie: Dabei handelt es sich um die einzige universitätsmedizinische Abteilung für Kinderchirurgie in Niedersachsen. Die Eingriffe betreffen unter anderem den Bauchraum, den Brustkorb, die Lungen oder den Urogenitaltrakt. Oft handelt es sich um sehr komplexe Operationen, beispielsweise bei angeborenen Fehlbildungen oder Krebserkrankungen.

„Die Kinderklinik der MHH ist ein besonderer Leuchtturm der Kinder- und Jugendmedizin in Niedersachsen. Kleine Patientinnen und Patienten finden hier kompetente Hilfe für alle Krankheitsbilder. Insbesondere die Fähigkeiten im Bereich der Transplantationen ragen bundesweit heraus. Das große Engagement der Mitarbeitenden, ihre tiefe Expertise und exzellente Forschung machen die Kinderklinik zu einem Ort der Hoffnung und Heilung weit über die Grenzen Hannovers hinaus“, erklärt Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs anlässlich des Jubiläums.