Mehr als die Hälfte der Endometriose-Patientinnen leidet an einem Eisenmangel7. August 2025 © Chanelle M/peopleimages.com – stock.adobe.com (Symbolbild) Frauen mit Endometriose haben häufig einen Eisenmangel – dieser bleibt jedoch in vielen Fällen unerkannt. Das zeigt eine aktuelle multizentrische Querschnittsstudie im „International Journal of Gynecology & Obstetrics“. Insgesamt wurden 251 nicht-schwangere Frauen im Alter von 18–50 Jahren in 2 Krankenhäusern eingeschlossen. Alle Teilnehmerinnen hatten eine klinisch oder chirurgisch gesicherte Diagnose einer symptomatischen Endometriose. Sie wurden einer Blutuntersuchung unterzogen, die unter anderem ein vollständiges Blutbild, Ferritin und die Transferrinsättigung umfasste. Zusätzlich füllten die Frauen standardisierte Fragebögen zu Demografie, medizinischer und chirurgischer Vorgeschichte sowie zu Eisenmangel- und Endometriose-Symptomen aus. Die Analyse ergab eine Prävalenz von Eisenmangel von 53,4% (134/251) sowie eine Prävalenz von Eisenmangelanämie von 13,5% (34/251). Patientinnen mit Eisenmangel berichteten signifikant häufiger über starke Menstruationsblutungen als Patientinnen ohne Eisenmangel (49,6% vs. 34,8%; p=0,022). Bemerkenswert ist, dass 58% der Gesamtpopulation angaben, keine starken Menstruationsblutungen zu haben – dennoch litten 47% dieser Frauen unter einem Eisenmangel. Auch bei normalem Ferritinwert (≥30 ng/ml) war in 35,7% der Fälle (63/176) eine verminderte Transferrinsättigung diagnostisch für Eisenmangel. Zudem zeigten Patientinnen mit Eisenmangel signifikant schlechtere Werte im Functional Assessment of Chronic Illness Therapy Fatigue Subscale-Score – einem validierten Maß für krankheitsbedingte Erschöpfung – als jene ohne Eisenmangel (26,3 vs. 29,8; p=0,025). Die Studie unterstreicht die hohe Prävalenz eines bislang häufig übersehenen Eisenmangels bei Endometriose und weist auf die Notwendigkeit gezielter Diagnostik hin – auch bei Patientinnen ohne auffällige Menstruationsblutungen. Künftige Studien sollten untersuchen, inwieweit eine gezielte Eisensubstitution zur Linderung von Symptomen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen kann. Fazit Die Studie verdeutlicht die hohe Prävalenz von Eisenmangel, der bei mehr als der Hälfte der Patientinnen mit Endometriose, unerkannt bleibt. Künftige Forschung sollte sich darauf konzentrieren, die Wirksamkeit einer Eisentherapie zur Verbesserung der Symptome und des allgemeinen Wohlbefindens in dieser Patientinnen zu bewerten. (nec) Autoren: Goldberg HR et al. Korrespondenz: Ally Murji; [email protected] Studie: High prevalence of undiagnosed iron deficiency in endometriosis patients: A cross-sectional study Quelle: Int J Gynaecol Obstet 2025 Mar;168(3):1321–1327. Web: https://doi.org/10.1002/ijgo.15994
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