Mehr gesetzlich Versicherte mit Depressionen3. Juli 2019 © motortion – fotolia.com Weniger regionale Disparität und eine Abschwächung der Prävalenzunterschiede zwischen Männern und Frauen: Das sind die zentralen Ergebnisse einer Versorgungsatlas-Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), die Ende Juni 2019 veröffentlicht wurde. Darin wurde die zeitliche Entwicklung der Diagnoseprävalenz depressiver Störungen in der ambulanten Versorgung untersucht. Insgesamt sind zwischen 2009 und 2017 in Deutschland deutlich häufiger depressive Störungen diagnostiziert und dokumentiert worden. Die Diagnoseprävalenz stieg in diesem Zeitraum von 12,5% auf 15,7% (+26%). Dies bedeutet, dass im Jahr 2017 etwa jeder sechste Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mindestens eine Diagnose einer depressiven Störung erhielt. Bei jungen Männern sowie in ländlichen Kreisen war die Zunahme der Diagnoseprävalenz besonders ausgeprägt. Frauen erhielten zwar in allen Jahren etwa doppelt so häufig eine Depressionsdiagnose wie Männer, doch der stärkere Prävalenzzuwachs bei Männern (+40% verglichen mit +20% bei Frauen) schwächte den Unterschied in der Diagnoseprävalenz zwischen den Geschlechtern mit der Zeit ab. So lag die Diagnoseprävalenz im Jahr 2017 bei Frauen noch etwa 1,9-fach höher als bei Männern, verglichen mit 2,2-fach im Jahr 2009. Die Studie offenbart eine sukzessive Angleichung der Diagnoseprävalenz depressiver Störungen zwischen ländlichen und städtischen Regionen sowie zwischen alten und neuen Bundesländern. In den neuen Bundesländern (ohne Berlin) fiel die Zunahme in der Diagnoseprävalenz stärker aus als in den alten (+41% vs. +23%), sodass sich der Ost-West-Unterschied verringerte. Doch auch im Jahr 2017 lag die Diagnosehäufigkeit in den alten Bundesländern noch rund 20% höher als in den neuen Bundesländern (15,8% vs. 13,0%). Die Datengrundlage bildeten bundesweite vertragsärztliche Abrechnungsdaten nach § 295 SGB V für die Jahre 2009 bis 2017 von jährlich mehr als 60 Millionen GKV-Versicherten. Originalpublikation: Steffen A, Holstiege J, Akmatov MK, Bätzing J. Zeitliche Trends in der Diagnoseprävalenz depressiver Störungen: eine Analyse auf Basis bundesweiter vertragsärztlicher Abrechnungsdaten der Jahre 2009 bis 2017. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 19/05. Berlin 2019. DOI: 10.20364/VA-19.05 Quelle: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi)