Mehr Kinder gelten als gefährdet für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

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Nach Anpassung der Schwellenwerte für Bluthochdruck bei Kindern durch die American Academy of Pediatrics im vergangenen Jahr gelten in den USA mehr Kinder als Risikopersonen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Im Jahr 2017 haben das American College of Cardiology und die American Heart Association (ACC/AHA) den Schwellenwert für die Definition von Bluthochdruck bei Erwachsenen gesenkt. Damit stieg die Prävalenz von Bluthochdruck bei Erwachsenen in den USA von 32 Prozent auf 46 Prozent.

Auch die US-amerikanische Fachgesellschaft für Pädiatrie (American Academy of Pediatrics) hat 2017 die Schwellenwerte für Bluthochdruck bei Kindern angepasst. Damit hat die Prävalenz von erhöhten Blutdruckwerten bei Kindern von 11,8 Prozent (95%-Konfidenzintervall [KI] 11,1 %-13,0 %) auf 14,2 Prozent (95 %-KI 13,4 %-15,0 %) gegenüber den bislang geltenden Schwellenwerten aus dem Jahr 2004 zugenommen, wie eine auf Basis der neuen Leitlinie durchgeführten Kohortenstudie mit 15.647 gesunden Kindern im Alter zwischen 5 und 18 Jahren (7799 Mädchen, 7848 Jungen; durchschnittliches Alter [SD] 13,4 [2,8] Jahre) ergab.

Bei 905 Studienteilnehmern (5,8 %) führten die neuen Normwerte erstmalig zu Diagnose eines Bluthochdruckes (n = 381) oder zur Einstufung der Blutdruckwerte in eine klinisch relevante Kategorie (n = 524). Kinder, deren Blutdruckwerte auf Basis der neuen Leitlinie reklassifiziert wurden, waren mit größerer Wahrscheinlichkeit übergewichtig oder adipös und zeigten ungünstige Lipidprofile und erhöhte Hämoglobin-A1c-Level (Prädiabetes).

Die Anhäufung kardiovaskulärer Risikofaktoren bei ansonsten gesunden US-amerikanischen Kindern deutet nach Ansicht der Autoren darauf hin, dass diejenigen, deren Blutdruckwerte auf Basis der neuen Schwellenwerte neu klassifiziert wurden, eine Hochrisiko-Gruppe darstellen, deren kardiovaskuläres Risiko zuvor unterschätzt worden war.