Mehr Komplikationen bei schneller Schwangerschaft nach Absetzen der Pille beobachtet

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Präeklampsie und Frühgeburten treten häufiger bei Frauen auf, die innerhalb von drei Monaten nach Absetzen der Pille schwanger werden. Das Auftreten der Komplikationen hängt zudem von der Art der Pille ab. Zu diesen Erkenntnissen führten nun Untersuchungen von Forschern des Universitätsklinikums Radboud (Niederlande).

Die Antibabypille ist eines der am häufigsten verwendeten Arzneimittel in den Niederlanden. Wenn Frauen schwanger werden möchten, müssen Sie die Einnahme der Pille abbrechen. Das bedeutet aber nicht, dass sich der Hormonhaushalt des Körpers sofort wieder normalisiert. Die niederländischen Forscher untersuchten in ihrer Studie daher, ob es einen Zusammenhang zwischen einer schnellen Schwangerschaft nach dem Absetzen der Pille und dem Auftreten von Schwangerschaftskomplikationen gibt.

Präeklampsie und Frühgeburt

Die Forscher verwendeten für ihre Studie die Daten von mehr als 7000 Schwangerschaften. Von den Frauen hatten 15 Prozent die Pille selbst in den drei Monaten vor dem Schwangerschaftsbeginn eingenommen. Bei diesen Frauen traten Präeklampsie und Frühgeburten mehr als anderthalbmal so häufig auf wie bei Frauen, die in diesem Zeitraum keine Pille einnahmen.

Die Studie zeigt auch, dass verschiedene Varianten der Pille verschiedene Komplikationen begünstigen zu scheinen. Präeklampsie trat demnach häufiger bei Einnahme von Pillen der ersten und zweiten Generation auf, während Frühgeburten häufiger nach Pillen der dritten Generation auftraten. Pillen der vierten Generation wurden von den Studienteilnehmerinnen für zuverlässige Schlussfolgerungen zu wenig genutzt.

Die leitende Forscherin Marleen van Gelder von der Abteilung Health Evidence erklärt: „Verschiedene Pillengenerationen enthalten eine unterschiedliche Art von Progesteron. Dies kann bei der Entwicklung der Komplikationen eine Rolle spielen. Die Menge an Östrogen variiert auch zwischen verschiedenen Varianten der Pille. Das kann auch wichtig sein, aber dazu ist weitere Forschung nötig.“

Besser für drei Monate eine andere Form der Verhütung verwenden

Die Forscher betonen, dass die Komplikationen relativ selten waren, selbst bei Frauen, die kurz nach Absetzen der Pille schwanger wurden. In diesem Fall waren es etwa drei Prozent für Präeklampsie und sechs Prozent für Frühgeburten. Wie sollen Frauen, die die Pille absetzen, weil sie schwanger werden wollen, dies den Forschern zufolge denn nun tun?

Gynäkologe Marc Spaanderman, Co-Autor des Artikels: „Obwohl wir auf Grundlage dieser Studie noch nicht mit Sicherheit feststellen können, dass die Pille die Schwangerschaftskomplikationen verursacht, könnten Sie in den drei Monaten nach Absetzen der Pille eine andere Form der Empfängnisverhütung in Betracht ziehen. Es ist letztlich aber eine persönliche Entscheidung.“