Mehr sehen, mehr wissen: Augenärzte setzen auf HighTech-Diagnostik10. Oktober 2019 Prof. Frank G. Holz (l., Bonn) und Prof. Hans Hoerauf (Göttingen). Fotos: @ Intuitive Fotografie Köln // Kaulard/Biermann Medizin Augenpatienten können zuversichtlich nach vorne schauen, wenn es um die Untersuchung und Behandlung von Augenkrankheiten geht: Mit ausgefeilten Methoden werden immer detailliertere Blicke ins Augeninnere möglich, die das Verständnis von Augenkrankheiten voran bringen und die fundierte Therapieentscheidungen ermöglichen. Darauf weisen Augenärzte während der Woche des Sehens 2019 hin, passend zum Hauptthema: „Nach vorne schauen“. „Die Optische Kohärenztomographie (OCT) liefert uns enorm wertvolle Informationen, um Netzhauterkrankungen effektiv behandeln zu können“, sagt Prof. Frank Holz, Direktor der Universitätsaugenklinik in Bonn. Schnell und völlig schmerzfrei sei das für die Patienten: Ein schwaches Laserlicht taste die Netzhaut ab, daraus ließen sich dann Bilder erstellen, die feinste Details der Gewebeschichten darstellten. Und die Entwicklung ist noch nicht zu Ende – es gibt immer wieder spannende Innovationen wie die OCT-Angiographie, mit der die Blutgefäße in Netz- und Aderhaut abgebildet werden können. Dies, so Holz, sei bisher nur unter Einsatz von speziellen Farbstoffen möglich gewesen. In einem neuen Film der Woche des Sehens (https://www.woche-des-sehens.de/infothek/filme/chancen-sehen-risiken-erkennen ) erläutert Holz, wie die OCT funktioniert (Filmtitel: „Tiefenblick dank Laserlicht“). Die OCT, so der BVA als ein Partner der Woche des Sehens, sei dabei nur ein Beispiel für die Innovationskraft der Augenheilkunde. Auch an der Entwicklung neuer Behandlungsprinzipien wie der Gentherapie beteiligten sich Augenärzte: Die erste zugelassene Gentherapie behandele eine erbliche Augenkrankheit. Beim Einsatz künstlicher Intelligenz bringe die Augenheilkunde ebenfalls ihre Kompetenz ein, betont der BVA. Computeralgorithmen könnten eine wertvolle Unterstützung für die Diagnosestellung und für Therapieentscheidungen bieten, indem sie die Bilder, die beispielsweise mit der OCT gemacht wurden, automatisiert auswerten. Unverzichtbar trotz HighTech-Diagnostik bleibe jedoch die fachärztliche Kompetenz, mit der diese neuen Werkzeuge angewandt würden. „Wir dürfen die Patienten nicht mit den Befunden alleine lassen“, betont Prof. Hans Hoerauf, Direktor der Universitätsaugenklinik in Göttingen. „Es braucht den erfahrenen Blick des Augenarztes, der nicht nur das Organ, sondern den ganzen Menschen betrachtet.“ So könne er die Untersuchungsergebnisse in einem größeren Zusammenhang bewerten und erläutern.Weitere Erläuterungen gibt Hoerauf in einem Radio-Interview zur Woches des Sehens: „Augenärzte – Digitale Innovationen bei Augenuntersuchungen“: https://www.woche-des-sehens.de/infothek/presse/audiomaterial Woche des SehensDie „Woche des Sehens“ ist eine Aufklärungskampagne, die bundesweit vom 8. bis 15. Oktober stattfindet. In diesem Jahr lautet ihr Motto „Nach vorne schauen“. Unter der Schirmherrschaft der Fernsehjournalistin Gundula Gause machen Initiatoren und Unterstützer der Aktionswoche auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Lage von blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland und den Entwicklungsländern aufmerksam. Getragen wird die Kampagne von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie der PRO RETINA Deutschland. Unterstützt wird sie zudem von der Aktion Mensch und Zeiss. www.woche-des-sehens.de Quelle: BVA
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