Mekonium-Peritonitis: Proteine im Mekonium könnten für die Erkrankung verantwortlich sein26. August 2024 Foto: © Sebastian-Kaulitzki/stock.adobe.com Die Entzündung der Bauchhöhle bei menschlichen Föten, die durch eine Perforation des Darms verursacht wird, wird laut einer Studie der Universität Kobe, Japan, wahrscheinlich durch Proteine im Stuhl des Fötus verursacht. Der Kinderarzt FUJIOKA Kazumichi von der Universität Kobe, Japan, und sein Team haben in einer Studie die Krankheit Mekoniumperitonitis bei Mäusen nachgeahmt. Die Ergebnisse ihrer Forschung wurden in der Fachzeitschrift „Pediatric Research“ veröffentlicht. Da die Darmentwicklung von Mäusen und Menschen unterschiedlich ist, entspricht der Darm eines neugeborenen Mäusewelpen dem eines menschlichen Fötus nach der zwölften Schwangerschaftswoche, erklären die Autoren. Das Forscherteam stellte daher eine Menge aus Mekonium her, den sie von menschlichen Neugeborenen entnahmen, und injizierte ihn in die Bauchhöhle der Welpen. Anschließend charakterisierten sie den daraus resultierenden Zustand und verglichen die Sterblichkeitsrate der Welpen als Reaktion auf die verschiedenen Behandlungen. Ergebnis der Untersuchungen Die Forscher berichten, dass die Sterblichkeit durch eine Antibiotikabehandlung nicht beeinflusst wurde, was eine bakterielle Ursache ausschließt. Als sie jedoch die Menge an Mekonium vor der Injektion mit Hitze, wodurch die natürlichen Formen der Proteine gestört werden, stellten sie eine signifikante Verringerung der Sterblichkeit fest. Dies deutet laut den Wissenschaftlern darauf hin, dass im Mekonium enthaltene Proteine für die Entzündung verantwortlich sind. Die Forscher vermuten dabei insbesondere Verdauungsenzyme, die im Mekonium reichlich vorhanden sind. Hintergrund Die Entwicklung der Universität Kobe hat auch allgemeinere Auswirkungen. In einer anderen Versuchsreihe charakterisierten Fujioka und sein Team den Zustand der Mäusewelpen nach der Verabreichung von Mekoniumbrei, indem sie die biochemischen und Genexpressionsprofile der Mäuse analysierten. Im Vergleich zu den Ergebnissen eines zuvor etablierten Mausmodells, bei dem den Welpen ein Extrakt des Darminhalts erwachsener Mäuse injiziert wurde, konnten sie zeigen, dass ihr Modell zu anderen Symptomen führt. Die Forscher sind der Ansicht, dass ihr Modell daher wahrscheinlich spezifisch für die durch Mekonium verursachte Entzündung ist.
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