Melanom: Risiko bei früher Menarche und später Menopause erhöht

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Die photosensibilisierende Wirkung von Östrogenen kann den Einfluss ultravioletter Strahlung (UVR) auf das Melanomrisiko erhöhen. Da dies bislang nur wenig prospektiv untersucht wurde, haben Wissenschaftler um Grayson M. Donley vom US-amerikanischen National Cancer Institute nun in der Diet and Health Study die Zusammenhänge zwischen reproduktiven Faktoren, Gebrauch von exogenem Östrogen und einem 1. primären invasiven Melanom bei 167.503 nicht hispanischen weißen postmenopausalen Frauen analysiert. Satellitenbasierte Schätzungen der UVR in der Umwelt wurden mit den geokodierten Wohnorten der Teilnehmerinnen zu Studienbeginn verknüpft.

Die Autoren beobachteten ein erhöhtes Melanomrisiko bei einer frühen Menarche (≤10 vs. ≥15 Jahre: HR 1,25; 95%-KI 0,92; 1,71; pTrend=0,04) und späten Menopause (≥50 vs. <45 Jahre: HR 1,34; 95%-KI 1,13–1,59; pTrend=0,001). Die Beziehung zwischen der UVR in der Umwelt und dem Melanomrisiko war bei Frauen mit einem Alter ≤10 Jahren bei der Menarche am höchsten (HR pro Anstieg um ein UVR-Quartil 1,29; 95%-KI 1,05–1,58; pInteraktion=0,02). Hingegen sahen die Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen dem Melanomrisiko und der Parität, dem Alter bei der 1. Geburt, der Anwendung oraler Kontrazeptiva oder einer Hormontherapie in den Wechseljahren.

Fazit
„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass ein erhöhtes Melanomrisiko mit einer frühen Menarche und einer späten Menopause verbunden ist“, bilanzieren Donley und ihre Kollegen. Die Ergebnisse der Effektmodifikation stützten die Hypothese, dass die endogene Östrogenexposition im Kindesalter die Photokarzinogenität erhöht. (sf)

Autoren: Donley GM et al.
Korrespondenz: [email protected]
Studie: Reproductive factors, exogenous hormone use and incidence of melanoma among women in the United States
Quelle: Br J Cancer 2019;120(7):754–760.
Web: https://doi.org/10.1038/s41416-019-0411-z