Menopausale Hormontherapie: Kein Schutz, aber auch keine erhöhte Mortalität

Hormontherapie
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Bei post-menopausalen Frauen war eine Hormontherapie mit einem Östrogen und einem Gestagen über eine Dauer von median 5,6 Jahren oder eine Hormontherapie nur mit CEE über median 7,2 Jahre nicht mit dem Risiko für Gesamt-, kardiovaskuläre oder krebsbedingte Mortalität assoziiert, wie die kumulative 18-jährige Nachbeobachtung der 2 Women‘s Health Initiative (WHI)-Hormontherapiestudien zeigt.

Die beiden Hormontherapiestudien der WHI waren aufgelegt worden, nachdem Beobachtungsstudien Hinweise auf einen möglichen protektiven Effekt einer menopausalen Hormontherapie geliefert hatten. Sie zeigten zwar, dass das Brustkrebsrisiko etwas ansteigt, dafür aber das Risiko für koronare Herzkrankheit (KHK) – eine häufige Todesursache in dieser Altersgruppe – abnimmt. Auch Reduktionen der Mortalität waren beobachtet worden. In einer WHI-Studie erhielten 16.608 Teilnehmerinnen über median 5,6 Jahre entweder eine kombinierte Hormontherapie aus Östrogen (konjugierte equine Östrogene [CEE], 0,625 mg/Tag) und Gestagen (Medroxyprogesteronacetat [MPA], 2,5 mg/Tag) oder ein Placebo. In der anderen Studie bestand die Hormontherapie aus CEE alleine, verglichen wurde ebenfalls gegen Placebo. Median wurden die 10.739 Teilnehmerinnen 7,2 Jahre behandelt.

Das Altersspektrum der Teilnehmerinnen beider Studien war weit gefasst und reichte von 50 bis 79 Jahren. Die Studien wurden vorzeitig abgebrochen, weil die Brustkrebsrate inakzeptabel hoch war und der Nutzen, den man sich hinsichtlich KHK erhofft hatte, nicht eintrat. Unter den 27.347 randomisierten Frauen kam es während der kumulativen 18-jährigen Nachbeobachtung zu insgesamt 7489 Todesfällen – 1088 in der Interventionsphase und 6401 in der Zeit danach. In der Hormontherapiegruppe (gepoolt aus beiden Studien) betrug die Gesamtmortalität 27,1 %, in der Placebogruppe waren es 27,6 %. Ähnlich fiel das Ergebnis aus, wenn die beiden Hormontherapien für sich genommen ausgewertet wurden.

Auch hier gab es hinsichtlich der Gesamtmortalität keinen signifikanten Unterschied zur Placebogruppe. Auch die kardiovaskuläre (8,9 vs. 9,0 %) und krebsspezifische (8,2 vs. 8,0 %) Mortalität unterschieden sich nicht signifikant zwischen Hormontherapie und Placebo – weder in der gepoolten Analyse beider Studien, noch in getrennten Auswertungen. Einen Unterschied fanden die Autoren bei der Brustkrebsmortalität – allerdings nicht zwischen Hormontherapie und Placebo, sondern zwischen den beiden Hormontherapien. Die Brustkrebssterblichkeit war bei kombinierter Hormontherapie – nicht signifikant – erhöht (HR 1,44; p=0,07). Bei Östrogen-Monotherapie war sie dagegen reduziert (HR 0,55; p=0,02).

Autoren: Manson JE et al.
Korrespondenz: Division of Preventive Medicine, Brigham and Women‘s Hospital, Harvard Medical School, Boston, Massachusetts, USA
Studie: Menopausal Hormone Therapy and Long-term All-Cause and Cause-Specific Mortality: The Women‘s Health Initiative Randomized Trials
Quelle: JAMA 2017 Sep 12;318(10):927–938.
Web: jamanetwork.com/journals/jama

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