Merkelzellkarzinom: Positive Ergebnisse mit Pyrviniumpamoat in präklinischer Studie1. Mai 2025 © zinkevych – stock.adobe.com (Symbolbild) Das Anthelminthikum Pyrviniumpamoat kann das Krebswachstum beim Merkelzellkarzinom aufhalten, so das Ergebnis einer im „Journal of Clinical Investigation“ veröffentlichten Studie. Das Merkelzellkarzinom ist ein seltener, aber schnell wachsender neuroendokriner Krebs, der mit drei- bis fünfmal höherer Wahrscheinlichkeit tödlich verläuft als das Melanom. Die Ansprechraten auf die derzeitigen Therapien sind begrenzt, sodass ein Bedarf an wirksamen und breit anwendbaren Therapeutika besteht. „Das Merkelzellkarzinom nimmt an Häufigkeit zu“, sagte die Hauptautorin Megha Padi von der University of Arizona, USA. „Obwohl es sich um eine seltene Krebsart handelt, ahmt sie viele Eigenschaften anderer Krebsarten nach.“ Pyrviniumpamoat, ein 1955 von der Food and Drug Administration zur Behandlung von Madenwürmern zugelassenes Medikament, hat nachweislich ein Antitumorpotenzial bei verschiedenen Krebsarten, darunter Brust-, Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Blasenkrebs. Dies ist das erste Mal, dass es in Modellen des Merkelzellkarzinoms untersucht wurde. Padi und das Forschungsteam fanden heraus, dass Pyrviniumpamoat in Labormodellen des Merkelzellkarzinoms das Wachstum der Krebszellen hemmte und die neuroendokrinen Merkmale des Krebses umkehrte. Bei Mäusen reduzierte Pyrviniumpamoat das Wachstum des Merkelzellkarzinoms. „Dies ist eine Hypothese, aber einige Leute denken, dass der Grund, warum ein antiparasitäres Mittel gegen Krebs wirksam sein könnte, der ist, dass Tumore ein wenig wie Parasiten in unserem Körper sind“, sagte Padi. „Parasiten und Tumore müssen Wege finden, die knappen Ressourcen ihres Wirts zu nutzen, um sich zu ernähren und unbegrenzt zu vermehren. Wenn die Wege, die sie für ihre Ernährung genutzt haben, die gleichen sind, dann hat man Glück und man hat einen Tumortyp, der durch diese antiparasitären Medikamente abgetötet werden kann.“ Das Forschungsteam entschied sich, Pyrviniumpamoat zu testen, nachdem es den Wnt-Signalweg als einen der molekularen Mechanismen identifiziert hatte, das den Übergang von normalen Zellen in ein Merkelzellkarzinom vorantreibt. Pyrviniumpamoat ist ein bekannter Hemmstoff des Wnt-Signalwegs. Um die Behandlungsprotokolle für die Entwicklung von Pyrviniumpamoat als klinisch nützliches Medikament für das Merkelzellkarzinom zu optimieren sind nun weitere Studien erforderlich.
Mehr erfahren zu: "Paracetamol und Ibuprofen sind sicher im ersten Lebensjahr" Paracetamol und Ibuprofen sind sicher im ersten Lebensjahr Eine neue Studie bestätigt die Sicherheit der gängigen Schmerzmittel Paracetamol und Ibuprofen im ersten Lebensjahr. Entgegen bisheriger Annahmen entdeckte sie keinen Zusammenhang mit Ekzemen oder Bronchiolitis.
Mehr erfahren zu: "Lynch-Syndrom: Präventiver Impfstoff vielversprechend" Weiterlesen nach Anmeldung Lynch-Syndrom: Präventiver Impfstoff vielversprechend Der experimentelle Krebsimpfstoff NOUS-209 stimuliert das Immunsystem sicher dahingehend, Krebsvorstufen und -zellen bei Menschen mit Lynch-Syndrom gezielt anzugreifen. Dies geht aus einer aktuellen Studie in „Nature Medicine“ hervor.
Mehr erfahren zu: "Welttag der vernachlässigten Tropenkrankheiten" Welttag der vernachlässigten Tropenkrankheiten Anlässlich des Welttages der vernachlässigten Tropenkrankheiten am 30. Januar hat das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) ausgewählte Forschungsthemen vorgestellt – so auch zu den Erkrankungen Onchozerkose und Loiasis, die die […]