Mesenchymale Stromazellen aus der Leber gegen Organabstoßung nach Transplantation24. Januar 2020 Foto: © svetazi/Adobe Stock Mesenchymale Stromazellen aus Fettgewebe und Knochenmark werden in therapeutischen Studien häufig wegen ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften verwendet. Neue Untersuchungen an der Mayo Clinic haben jedoch ergeben, dass Leberzellen möglicherweise von größerem Wert sind. Die Studie zeigt, dass mesenchymale Stromazellen der Leber immunregulatorische Eigenschaften aufweisen, die sie wirksamer machen als ähnliche Zellen, die aus Fett, Gewebe und Knochenmark stammen. „Dies ist sehr interessant, da in vielen laufenden Studien weltweit mesenchymale Stromazellen aus Knochenmark oder Fettgewebe verwendet werden“, sagt Dr. Timucin Taner, Transplantationsmediziner an der Mayo Clinic und Erstautor der Arbeit. „Wenn unsere Ergebnisse bestätigt werden, wären mesenchymale Stromazellen aus der Leber eine viel bessere Option für diese Art von therapeutischen Anwendungen.“ Die Zellen könnten bei der Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen, denen eine Entzündung zugrunde liegt – wie zum Beispiel einer Organabstoßung nach Transplantation, entzündlichen Darmerkrankungen und anderen Autoimmunerkrankungen – von Nutzen sein. Die Leber ist ein immunologisch aktives Organ, und Lebertransplantationsempfänger benötigen Medikamente zur Vermeidung von Abstoßungsreaktionen in viel geringerer Menge als Patienten, die andere Organe erhalten haben. „Wir haben uns schon seit einiger Zeit für dieses Phänomen interessiert und die Mechanismen untersucht, die die Toleranz der Leber bei Transplantatempfängern hervorrufen“, berichtet Taner. „In dieser Studie fanden wir heraus, dass mesenchymale Stromazellen der Leber in ihrer Fähigkeit, Immunantworten zu kontrollieren, viel wirksamer sind als ihre Gegenstücke aus anderen Geweben. Das erklärt möglicherweise warum Lebertransplantationen besser toleriert werden.“ Es könnte auch erklären, warum die Inzidenz von Nierenabstoßungen bei Patienten, die sich einer Nieren-Leber-Transplantation unterziehen, signifikant geringer ist als bei Patienten, denen ausschließlich eine Niere transplantiert wird. Ähnliche Ergebnisse wurden bei anderen Multiorgan-Transplantationen mit Beteiligung der Leber festgestellt, beispielsweise bei kombinierten Herz-Leber-Transplantationen. Mesenchymale Stromazellen, die in den meisten Lebergeweben vorkommen, können Entzündungs- und Gewebereparaturmechanismen regulieren. Für aktuelle Untersuchung wurden mesenchymale Stromazellen aus der Leber in vitro aus zwölf Biopsien von Menschen unterschiedlichen Alters und beiderlei Geschlechts erzeugt. In jeder Versuchsphase schienen die mesenchymalen Stromazellen aus der Leber jenen aus Knochenmark und Fettgewebe überlegen zu sein, unabhängig von Alter oder Geschlecht des Spenders. Eine weitere Erforschung am Menschen wird erforderlich sein, um die entzündungshemmende Überlegenheit der Zellen zu testen, erklärt Taner. „Wir müssen jetzt tiefer gehen und versuchen zu verstehen, warum und wie sich mesenchymale Stromazellen in der Leber von mesenchymalen Stromazellen aus anderen Geweben unterscheiden“, sagt er.
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