Meta-Analyse: Kein Zusammenhang zwischen Blutdrucksenker und Krebsrisiko16. Juli 2021 © Melinda Nagy – stock.adobe.com (Symbolbild) Laut der umfangreichsten Studie zum Thema Krebsrisiko durch Blutdrucksenker gibt es keine Hinweise darauf, dass diese das Krebsrisiko erhöhen. Die Ergebnisse wurden am 31.08.2020 auf dem Kongress der European Society of Cardiology (ESC) vorgestellt und anschließend publiziert. Dies war die größte Studie zu Krebsdiagnosen bei Teilnehmern randomisierter Studien zu Antihypertensiva – 260.447 Personen in 33 Studien. 5 Antihypertensiva-Klassen wurden untersucht: Inhibitoren des Angiotensin-Converting-Enzyms (ACE), Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARBs), Betablocker, Kalziumkanalblocker (CCBs) und Thiazide. Die mediane Nachbeobachtung der Teilnehmer betrug 4,2 Jahre (IQR 3,0–5,0). In dieser Zeit gab es 15.012 neue Krebsdiagnosen. Die Forscher um Emma Copland von der University of Oxford, Großbritannien, fanden keine Hinweise darauf, dass die Anwendung einer Blutdrucksenker-Klasse das Krebsrisiko erhöht. Dieser Befund war unabhängig von Alter, Geschlecht, Körpergröße, Raucherstatus und früherer Antihypertensiva-Einnahme konsistent. Es gab keine wichtige Auswirkung einer einzelnen Arzneimittelklasse auf das allgemeine Krebsrisiko. Die HR für jegliche Krebserkrankung betrug 0,99 (95%-KI 0,95–1,04) mit ACE-Hemmern, 0,96 (95%-KI 0,92–1,01) mit ARBs, 0,98 (95%-KI 0,89–1,07) mit Betablockern, 1,06 (95%-KI 1,01–1,11) mit CCBs und 1,01 (95%-KI 0,95–1,07) mit Thiaziden. Statistisch gesehen unterschieden sich diese Effektgrößen nicht signifikant voneinander, sodass bei keiner der Wirkstoffklassen ein erhöhtes Krebsrisiko nachgewiesen werden konnte. In der Netzwerk-Metaanalyse, in der Arzneimittelklassen mit Placebo verglichen wurden, fanden die Autoren ebenfalls kein übermäßiges Krebsrisiko mit einer der Arzneimittelklassen: HR 1,00 (95%-KI 0,93–1,09) für ACE-Hemmer, 0,99 (95%-KI 0,92–1,06) für ARBs, 0,99 (95%-KI 0,89–1,11) für β-Blocker, 1,04 (0,96–1,13) für CCBs und 1,00 (0,90–1,10) für Thiazide. In ähnlicher Weise gab es keine Hinweise darauf, dass eine Blutdrucksenker-Klasse einen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit hatte, an Brust-, Darm-, Lungen-, Prostata- oder Hautkrebs zu erkranken. Waren die Teilnehmer im Verlauf der jeweiligen Studie beobachtet worden, gab es keinen Hinweis darauf, dass das Krebsrisiko mit längerer Anwendungsdauer dieser Therapien zunahm. Fazit Die Autoren fanden keine konsistenten Beweise dafür, dass die Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten einen Einfluss auf das Krebsrisiko hatte. Obwohl die Ergebnisse beruhigend seien, habe die Evidenz für einige Vergleiche nicht ausgereicht, um ein übermäßiges Risiko, insbesondere für CCBs, vollständig auszuschließen, ergänzen die Autoren. (sf) Autoren: Copland E et al. Korrespondenz: Kazem Rahimi; [email protected] Studie: Antihypertensive treatment and risk of cancer: an individual participant data meta-analysis Quellen: Lancet Oncol 2021;22(4):558–570; ESC-Pressemitteilung, 31.08.2020 Web: https://doi.org/10.1016/S1470-2045(21)00033-4
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