Metaanalyse bestätigt Erfolg der HPV-Impfungen

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Die unter Leitung von Prof. Marc Brisson, Hôpital Saint-Sacrement Québec, durchgeführte Metaanalyse gibt Aufschluss darüber, wie wirksam die HPV-Impfung ist. Dabei gingen die Forscher der Frage nach, wie sich die Impfkampagnen für Mädchen und Frauen auf die Zahl der anogenitalen Warzen und zervikalen intraepithelialen Neoplasien Grad 2+ (CIN2+) ausgewirkt haben und wie sich die Vakzine unter realen Bedingungen durchgesetzt hat.

Hierfür suchten sie Studien aus den Datenbanken Medline und Embase, die zwischen Februar 2014 und Oktober 2018 veröffentlicht worden waren. Damit eine Studie für die Metaanalyse infrage kam, mussten sich Forscher darin mit der Häufigkeit (Prävalenz oder Inzidenz) von wenigstens einem HPV-bezogenen Endpunkt wie genitale HPV-Infektionen, anogenitale Warzen oder histologisch bestätigte CIN2+ vor der Einführung sowie nach der Einführung von HPV-Impfstoffen in der Allgemeinbevölkerung beschäftigt haben. Somit wollten Brisson und Kollegen das relative Risiko (RR) bezüglich der Prävalenz bzw. Inzidenz HPV-bezogener Endpunkte vor und nach der Einführung der Vakzine vergleichen. Insgesamt 1702 Studien kamen für die Metaanalyse infrage. Darunter befanden sich 65 Publikationen aus 14 Ländern mit hohem Einkommen, die die Forscher auswerteten.

Etwa 5–8 Jahre nach Beginn der Impfung nahm die Prävalenz von HPV 16 und 18 signifikant um 83% (RR 0,17; 95%-KI 0,11–0,25) unter Mädchen im Alter von 13–19 Jahren ab und um 66% (RR 0,34; 95%-KI 0,23–0,49) unter Frauen im Alter von 20–24 Jahren. Auch die Prävalenz von HPV 31, 33 und 45 nahm signifikant um 54% (RR 0,46; 95%-KI 0,33–0,66) unter Mädchen im Alter von 13–19 Jahren ab.

Die Prävalenz für anogenitale Warzen nahm signifikant um 67% (RR 0,33; 95%-KI 0,24–0,46) unter Mädchen im Alter von 15–19 Jahren ab und um 54% (RR 0,46; 95%-KI 0,36–0,60) unter Frauen im Alter von 20–24 Jahren sowie um 31% (RR 0,69; 95%-KI 0,53–0,89) unter Frauen im Alter von 25–29 Jahren. Bei Jungen im Alter von 15–19 Jahren nahm die Zahl der Diagnosen bezüglich anogenitale Warzen signifikant um 48% (RR 0,52; 95%-KI 0,37–0,75) und bei Männern im Alter von 20–24 Jahren signifikant um 32% (RR 0,68; 95%-KI 0,47–0,98) ab.

Bei CIN2+ nahm die Zahl der Diagnosen 5–9 Jahre nach Einführung der HPV-Impfung signifikant um 51% (RR 0,49; 95%-KI 0,42–0,58) unter Mädchen im Alter von 15–19 Jahren mit Vorsorgeuntersuchung ab. Bei Frauen im Alter von 20–24 Jahren, die sich Vorsorgeuntersuchungen unterziehen, nahm die Prävalenz um 31% (RR 0,69; 95%-KI 0,57–0,84) ab.

Fazit
Die Forscher konnten deutlich darlegen, dass bereits nach 8 Jahren die Einführung der HPV-Impfung die Zahl der HPV-Infektionen und CIN2+ bei Mädchen und jungen Frauen deutlich senken konnte. Auch die Zahl der Feigwarzen-Diagnosen unter der jungen Population konnte signifikant reduziert werden. Impfprogramme, die auf beide Geschlechter und verschiedene Altersgruppen abzielen sowie eine hohe Impfrate erreichen, zeigten hierbei größere Erfolge und eine bessere Herdenimmunität, so die Forscher abschließend. (bs)

Autoren: Drolet M et al.
Korrespondenz: Prof. Dr. Marc Brisson; [email protected]
Studie: Population-level impact and herd effects following the introduction of human papillomavirus vaccination programmes: updated systematic review and meta-analysis
Quelle: Lancet 2019;pii: S0140-6736(19)30298-3.
Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(19)30298-3