Metastasiertes hormonsensitives Prostatakarzinom: Kein Erfolg mit Orteronel5. Mai 2022 Foto: MarekPhotoDesign.com – stock.adobe.com Orteronel (TAK-700), ein nichtsteroidaler 17,20-Lyase-Inhibitor, der die Androgensynthese unterdrückt, konnte in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) bei Patienten mit neu diagnostiziertem metastasierten hormonsensitiven Prostatakrebs (mHSPC) das Gesamtüberleben (OS) nicht signifikant verlängern. In der offenen randomisierten Phase-III-Studie SWOG-1216 wurden Patienten mit mHSPC 1:1 randomisiert einer ADT mit Orteronel (300 mg oral 2-mal täglich; experimenteller Arm) oder einer ADT mit Bicalutamid (50 mg oral einmal täglic; Kontrollarm) zugeteilt. Das primäre Ziel war der OS-Vergleich, wobei eine Verbesserung des medianen Überlebens um 33% angestrebt wurde. Ein stratifizierter Log-Rank-Test mit einem einseitigen p≤0,022 würde auf statistische Signifikanz hinweisen. Sekundäre Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben (PFS), der Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA) nach 7 Monaten (≤0,2 oder 0,2 bis ≤ 4 oder >4 ng/ml) und das Nebenwirkungsprofil. Von den 1279 in die Analyse eingeschlossenen Patienten wurden 638 randomisiert dem Arm mit ADT plus Orteronel und 641 dem Kontrollarm zugeordnet. Das Durchschnittsalter betrug 68 Jahre; 49% hatten eine ausgedehnte Erkrankung. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 4,9 Jahren gab es eine signifikante Verbesserung des PFS (Median 47,6 vs. 23,0 Monate, Hazard Ratio [HR] 0,58; 95%-KI 0,51-0,67; p<0,0001) und des PSA-Ansprechens nach 7 Monaten (p<0,0001), aber nicht im OS (Median 81,1 vs. 70,2 Monate; HR 0,86; 95%-KI 0,72-1,02; p=0,040, einseitig). Im Versuchsarm traten im Vergleich zum Kontrollarm mehr unerwünschte Ereignisse vom Grad 3/4 auf (43% vs. 14%). 77,4% der Patienten im Kontrollarm und 61,3% der Patienten im Orteronel-Arm erhielten nach Abschluss des Protokolles noch eine lebensverlängernde Therapie. Die Studie hat also den primären Endpunkt des verbesserten OS mit Orteronel nicht erreicht. “Die fehlende Korrelation der PFS- und PSA-Antwort mit dem OS wirft Bedenken auf, ob sich diese konsistent als Surrogate für das OS im Kontext einer ausgedehnten Postprotokolltherapie in diesem Setting eignen”, geben die Autoren in Bezug auf die Interpretation der Daten zu bedenken. (ms)
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