Metastasiertes Kolorektalkarzinom unter ICI: Frühe ctDNA-Veränderung mit dem (progressionsfreien) Überleben assoziiert19. Dezember 2025 Bild: ©peterschreiber.media – stock.adobe.com Wie aussagekräftig ist die zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) beim metastasierten Kolorektalkarzinom mit defekter DNA-Mismatch-Reparatur und hoher Mikrosatelliteninstabilität (dMMR/MSI-H) unter Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICIs)? Dieser Frage sind Wissenschaftler um Prof. Julien Taïeb vom Hopital Européen Georges Pompidou nachgegangen. Ihren Befunden zufolge kann die ctDNA-Veränderung einen Monat nach Therapiebeginn die Langzeitprognose vorhersagen. Das belegt die präspezifizierte sekundäre Analyse der randomisierten klinischen Studie SAMCO-PRODIGE 54 (NCT03186326). Dabei wurde die ctDNA durch tumorspezifische Methylierungsmarker nachgewiesen. In SAMCO-PRODIGE 54 waren die Teilnehmer in der Zweitlinie mit Avelumab oder einer Standardchemotherapie – mit oder ohne zielgerichtete Therapie – behandelt worden. Die Quantifizierung der ctDNA-Konzentrationen erfolgte mittels digitaler Tröpfchen-Polymerasekettenreaktion (ddPCR) von Bisulfit-konvertierter zellfreier DNA (cfDNA) für die Gene WIF1 und NPY. Plasmaproben von 49 französischen Standorten Plasmaproben wurden im Zeitraum 04/2018-04/2021 an 49 Standorten in Frankreich eingangs (V1) und einen Monat nach Therapiebeginn (V2) genommen (Datenanalyse 01.10.–01.11.2024). Die Autoren interessierten das PFS und OS in Abhängigkeit von der ctDNA-Positivität bzw. -Konzentration eingangs sowie der frühen ctDNA-Veränderung (ΔctDNA = [V1-V2] ÷ V1). In die prädiktive Analyse gingen 99 Patienten ein (mittleres Alter 66±13 Jahre; 51 weiblich [51,5 %]), deren Plasmaproben für die Bestimmung der ctDNA bei V1 vorlagen. Davon waren bei 74 auch Proben zum Zeitpunkt V2 zur Bestimmung der ctDNA-Veränderung verfügbar. Die Auswertung der 99 Patienten mit V1-Plasmaproben ergab keinen Zusammenhang zwischen einem ctDNA-Nachweis bei Eintritt in die Studie und dem klinischen Verlauf. Hingegen beobachteten die Autoren, dass die Veränderung der ctDNA (Cut-off-Wert am Median) signifikant sowohl mit dem PFS (HR 2,98; 95 %-KI 1,77–5,01; p < 0,001) als auch mit dem OS (HR 3,61; 95 %-KI 1,81–7,17; p < 0,001) assoziiert war. Kombinierte Beurteilung von ctDNA-Ansprechen und RECIST-Kriterien sagt OS auf lange Sicht präzise voraus Dieser Zusammenhang war bei mit Avelumab behandelten Patienten (PFS HR 4,22; 95 %-KI 1,77–10,1; P=0,001; OS HR 17,40; 95 %-KI 3,82–79,70; P < 0,001) deutlicher ausgeprägt als bei jenen mit Chemotherapie (PFS HR 2,09; 95 %-KI 1,03–4,21; p=0,04; OS HR 1,51; 95 %-KI 0,61–3,72; p=0,38). Im Vergleich zur Chemotherapie verbesserte Avelumab das PFS bei Patienten mit günstigem ctDNA-Ansprechen (HR 0,33; 95 %-KI 0,14–0,77; pLog-Rank=0,008), jedoch nicht bei solchen mit schlechtem Ansprechen (HR 1,32; 95 %-KI 0,67–2,62; pLog-Rank=0,42). Ferner stellten Taïeb et al. fest, dass die kombinierte Beurteilung des ctDNA-Ansprechens und der RECIST-Kriterien (V 1.1) das Langzeit-OS präzise voraussagte. Außerdem zeigte sich in der multivariablen Analyse, dass ein fehlendes ctDNA-Ansprechen in der Avelumab-Gruppe mit einem erhöhten Risiko für Progression und Tod assoziiert war (HR 7,27; 95 %-KI 2,23–23,7; p=0,001), nicht jedoch in der Chemotherapie-Gruppe (HR 1,61; 95 %-KI 0,66–3,93; p=0,30). (sf/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Gute Daten für Gemcitabin-freisetzendes System bei BCG-resistentem, nicht muskelinvasiven Blasenkarzinom mit hohem Risiko" Weiterlesen nach Anmeldung Gute Daten für Gemcitabin-freisetzendes System bei BCG-resistentem, nicht muskelinvasiven Blasenkarzinom mit hohem Risiko Das intravesikale Wirkstoff-Freisetzungssystem TAR-200 hat in einer Phase-IIb-Studie gute Ergebnisse bei der Behandlung von Patienten gezeigt, die unter einem nicht muskelinvasiven Blasenkarzinom (NMIBC) mit hohem Risiko leiden und resistent gegen […]
Mehr erfahren zu: "Risikofaktoren für Malignität bei Endometriumpolypen" Risikofaktoren für Malignität bei Endometriumpolypen Endometriumpolypen sind meist harmlos, doch bei älteren Frauen steigt das Risiko für Krebs. Entscheidend für die Beurteilung ist das Alter und der Zustand des umliegenden Endometriums – Größe und Wiederauftreten […]
Mehr erfahren zu: "Glyphosat-Streit drückt Bayer noch tiefer in die Verlustzone" Glyphosat-Streit drückt Bayer noch tiefer in die Verlustzone Acht Jahre ist es her, da schluckte Bayer den langjährigen US-Konkurrenten Monsanto. Finanziell war das eine bittere Pille: Rechtsstreitigkeiten zu Glyphosat lasten noch immer schwer auf dem Konzern.