Metformin schützt bei Herzinsuffizienz nicht zusätzlich vor kardiovaskulären Ereignissen

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Metformin senkt bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Diabetes oder erhöhtem Diabetesrisiko offenbar nicht zusätzlich das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Darauf weisen die Ergebnisse der Met-HeFT-Studie und einer aktuellen Metaanalyse hin, die auf dem ESC Congress 2026 vorgestellt wurden.

Metformin ist weltweit das am häufigsten eingesetzte orale Antidiabetikum. Typ-2-Diabetes und Herzinsuffizienz treten häufig gemeinsam auf, sodass viele Patientinnen und Patienten mit beiden Erkrankungen Metformin erhalten.

Die Ergebnisse der Met-HeFT-Studie sowie einer Metaanalyse zeigen allerdings, dass Metformin bei Patient:innen mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) und Diabetes beziehungsweise erhöhtem Diabetesrisiko keinen signifikanten Einfluss auf kardiovaskuläre Ereignisse hatte. Vorgestellt wurden die Daten am 30. August im Rahmen einer Hot-Line-Session auf dem Jahreskongress 2026 der European Society of Cardiology (ESC) in München.

Erste Langzeitstudie zu Metformin bei Herzinsuffizienz

Wie Prof. Henrik Wiggers vom Universitätsklinikum Aarhus (Dänemark) erläuterte, fehlte es bislang an belastbaren randomisierten Studiendaten zum Einsatz von Metformin bei Patienten mit Herzinsuffizienz. Beobachtungsstudien und kleinere, kurzzeitige Untersuchungen hatten zwar auf mögliche kardioprotektive Effekte über die Blutzuckersenkung hinaus hingedeutet. Ob Metformin tatsächlich kardiovaskuläre Ereignisse verhindert, war bislang jedoch nicht in einer großen, langfristigen randomisierten Studie untersucht worden.

Er und andere Forschende initiierten deshalb die doppelblinde Met-HeFT-Studie, die an 23 Zentren in Dänemark im Rahmen des DANHEART-Programms durchgeführt wurde. DANHEART umfasst auch die H-HeFT-Studie, in der Hydralazin-Isosorbiddinitrat bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz untersucht wurde. Die Ergebnisse der H-HeFT-Studie wurden ebenfalls auf dem ESC Congress 2026 vorgestellt.

Für die Met-HeFT-Studie kamen Patienten mit symptomatischer, chronischer Herzinsuffizienz und einer linksventrikulären Ejektionsfraktion von höchstens 40 Prozent infrage. Zusätzlich mussten sie einen Typ-2-Diabetes, Prädiabetes oder ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes aufweisen. Insgesamt wurden 940 Teilnehmende im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder Metformin oder Placebo. Das Durchschnittsalter lag bei 70 Jahren, nur 16 Prozent der Teilnehmenden waren Frauen.

Kein Hinweis auf kardioprotektiven Zusatznutzen

Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 3,7 Jahren zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen Metformin und Placebo beim primären kombinierten Endpunkt aus Tod, Verschlechterung der Herzinsuffizienz, akutem Myokardinfarkt oder Schlaganfall. Der Endpunkt trat bei 25,1 Prozent der Patienten unter Metformin und bei 23,4 Prozent unter Placebo auf (HR 1,10; 95%-KI 0,84–1,42; p=0,48).

Auch bei den sekundären Endpunkten zeigte sich kein signifikanter Effekt. Dazu gehörten die Gesamtmortalität, ungeplante Ereignisse aufgrund einer Herzinsuffizienz, das Auftreten eines neuen Diabetes sowie Veränderungen des kardialen Belastungsmarkers NT-proBNP.

Nur wenige Teilnehmende mit Typ-2-Diabetes

Viele der eingeschlossenen Patient:innen wiesen einen Prädiabetes oder eine Insulinresistenz auf. Doch nur rund zehn Prozent der Teilnehmenden hatten tatsächlich einen Typ-2-Diabetes – eine maßgebliche Einschränkung der Studie. „Dass wir nur wenige Patient:innen mit Typ-2-Diabetes einschließen konnten, spiegelt wahrscheinlich den bereits weit verbreiteten Einsatz von Metformin sowie die Zurückhaltung von Patient:innen und Ärzt:innen wider, eine bestehende Metformin-Therapie abzusetzen. Dies war jedoch Voraussetzung für die Studienteilnahme“, erklärte Wiggers.

Metaanalyse bestätigt Ergebnisse

Auf dem Kongress stellte Associate Professor Anders Hostrup Larsen vom Goedstrup Hospital im dänischen Herning zusätzlich eine Metaanalyse randomisierter, placebokontrollierter Studien zu Metformin vor. Sie umfasste neben den Daten aus Met-HeFT auch Untersuchungen bei Patient:innen mit bestehender ischämischer Herzerkrankung. Analysiert wurden drei Studien zur Herzinsuffizienz mit insgesamt 1.077 Patient:innen sowie vier Studien zur ischämischen Herzerkrankung mit insgesamt 1.123 Patient:innen.

„Die Metaanalyse kam zum gleichen Ergebnis wie die Met-HeFT-Studie“, sagte Larsen. „Bei Patient:innen mit HFrEF zeigte sich kein signifikanter Unterschied bei den kardiovaskulären Endpunkten unter Metformin. Auch bei Patient:innen mit etablierter ischämischer Herzerkrankung ließ sich kein signifikanter Effekt nachweisen.“

Metformin sei mit keinen relevanten Schäden verbunden und aufgrund seiner blutzuckersenkenden Wirkung weiterhin von Nutzen, fasste Wiggers zusammen. Signifikante Hinweise darauf, dass Metformin unabhängig von seiner Wirkung auf den Glukosestoffwechsel einen zusätzlichen kardioprotektiven Nutzen hat, gebe es jedoch keine.

(mkl/BIERMANN)

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Quellen ESC, 30.8.„Met-HeFT: Metformin and chronic heart failure“, Hot-Line-Session am 30.08.2026, ESC Congress 2026„Met-HeFT meta-analysis: Metformin in heart failure and ischemic heart disease: a systematic review and meta-analyses“, Hot-Line-Session am 30.08.2026, ESC Congress 2026