MicroRNAs aus Urin als Biomarker für Prostatakrebs-Therapie

MicroRNAs regulieren die Ablesung der Erbinformationen in der DNA. Grafik: Love Employee – stock.adobe.com

MicroRNAs (miRNAs) aus dem Urin können das Ansprechen auf Abirateronacetat (AA) bei kastrationsresistentem Prostatakrebs (CRPC) vorhersagen. Das ergibt eine Pilotstudie aus Litauen.

Die Studie zielte darauf ab, Urin-miRNAs und den Androgenrezeptor(AR)-Transkriptspiegel im Blut als Instrumente zur nichtinvasiven Ergebnisvorhersage für CRPC-Patienten unter AA-Therapie zu bewerten. Dazu analysierten die Wissenschaftler die PCa-spezifischen MicroRNAs miR-148a, -365, -375 und -429 in 129 Urinproben von 100 CRPC-Patienten vor und während der AA-Therapie mittels quantitativer Reverse-Transkriptions-PCR. Um den prognostischen Wert zu testen, wurden die miRNA-Spiegel im Urin allein sowie in Kombination mit dem AR-Spiegel mit PFS und OS in Verbindung gebracht.

Die Konzentration von miR-375 im Urin war bei CRPC im Vergleich zu Kontrollen ohne Krebs am höchsten und war in Kombination mit miR-429 prädiktiv für ein kurzes progressionsfreies Überleben (PFS) bei AA-behandelten Patienten (Hazard Ratio [HR] 2,2; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,1–4,2; p=0,023). Eine besonders hohe prognostische Aussagekraft aller analysierten miRNAs fanden die Forscher in CRPC-Fällen mit hohen AR-mRNA-Spiegeln im Blut. Für die PFS-Vorhersage erreichte ein Tandem aus miR-429 und hohen AR-mRNA-Spiegeln eine HR von 5,0 (95%-KI 2,2–11,8; p<0,001), während die Kombination aus miR-148a und hohen AR-mRNA-Spiegeln das Gesamtüberleben mit einer HR von 3,1 am besten voraussagte (95%-KI 1,4–7,1; p=0,006).

(ms)