Migräne wird bei Frauen mit Makromastie eher übersehen19. Februar 2026 Neue Studie zeigt auf, dass Migräne in Menschen mit Makromastie eher übersehen wird. (Bild: © Krakenimages.com/stock.adobe.com) Die Ergebnisse stellen die Annahme in Frage, dass es sich bei Kopfschmerzen in Menschen mit Makromastie typischerweise um „Spannungskopfschmerzen“ statt Migräne handelt. Frauen mit vergrößertem Brustgewebe, die häufig unter Kopfschmerzen leiden, erhalten oft die Diagnose „Spannungskopfschmerzen“. Neue Forschungsergebnisse der Wake Forest University School of Medicine deuten jedoch darauf hin, dass viele von ihnen an Migräne leiden. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „Cephalalgia Reports“ veröffentlicht. In einer kleinen Beobachtungsstudie erfüllten die meisten Frauen, die sich einer Brustverkleinerung unterziehen wollten und über Kopfschmerzen berichteten, im Screening die Kriterien für Migräne – entgegen der gängigen Annahme. Viele Teilnehmerinnen berichteten nach der Operation zudem von weniger und weniger starken Kopfschmerzen, wobei die Besserung über ein Jahr anhielt. „Kopfschmerzen sind eine häufige Beschwerde bei Frauen mit Makromastie, die eine Brustverkleinerung anstreben. Dennoch werden sie oft nicht eingehend untersucht“, berichtet die korrespondierende Autorin Dr. Kristyn Pocock, Assistant Professor für Neurologie an der Wake Forest University School of Medicine. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass wir in dieser Patientinnengruppe möglicherweise Migräne übersehen. Dies ist relevant für Diagnose, Behandlung und Lebensqualität.“ Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die starke Schmerzen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit und Beeinträchtigungen verursachen kann. Sie erfordert eine andere Behandlung als Spannungskopfschmerzen, die typischerweise viel milder verlaufen und oft mit Muskelverspannungen oder Stress in Verbindung gebracht werden. Frauen sind überproportional häufig von Migräne betroffen, insbesondere in den Jahren, in denen viele eine Brustverkleinerung anstreben. Trotz dieser Überschneidung werden Kopfschmerzsymptome bei Frauen mit großen Brüsten nicht routinemäßig anhand etablierter Kopfschmerzkriterien untersucht. Eine Brustverkleinerung verbesserte die Migräne-Symptome Für die Studie begleiteten die Forschenden 34 erwachsene Frauen mit Makromastie, die mindestens vier Kopfschmerztage pro Monat hatten und sich einer Brustverkleinerung unterziehen sollten. Vor der Operation füllten die Teilnehmerinnen validierte Fragebögen zu Kopfschmerzen und Gesundheit aus und nahmen an einem Gespräch mit einem Kopfschmerzspezialisten teil. Drei bis vier Monate nach der Operation und erneut bis zu zwei Jahre später füllten die Teilnehmerinnen Nachbefragungen aus. Die Forschenden untersuchten Häufigkeit, Intensität und Beeinträchtigung von Kopfschmerzen, Hautempfindlichkeit und das Risiko für Schlafapnoe. Wichtigste Ergebnisse vor der Operation: 91 % der Teilnehmerinnen wiesen ein positives Screening-Ergebnis für Migräne auf. Die Kopfschmerzen waren häufig und beeinträchtigend, mit durchschnittlich etwa zehn Kopfschmerztagen pro Monat. Viele Teilnehmerinnen berichteten über atypische Kopfschmerzsymptome, die eine weitere neurologische Untersuchung erforderlich machten. Nach der Operation berichteten die Teilnehmerinnen: Weniger Kopfschmerztage, weniger Schmerzen und weniger Beeinträchtigungen im Alltag. Verbesserungen innerhalb weniger Monate, die bis zu 28 Monate anhielten. Besseren Schlaf und Linderung der Nackenschmerzen. Obwohl die Studie nicht darauf ausgelegt war, die Wirksamkeit einer Operation gegen Migräne zu beweisen, deuten die Ergebnisse auf einen möglichen Zusammenhang hin, der genauer untersucht werden sollte, so Pocock. Limitationen und Ausblick Da es sich um eine kleine Pilotstudie handelte, betonen die Forschenden die Notwendigkeit größerer Studien, um besser zu verstehen, warum sich Kopfschmerzen bessern und welche Rolle Brustgröße und -struktur, Körperhaltung, Schlaf, Gewicht sowie Nerven- oder Muskelverspannungen spielen könnten. „Wir behaupten nicht, dass eine Brustverkleinerung eine Migränebehandlung ist. Um das festzustellen, ist eine große randomisierte, kontrollierte Studie erforderlich“, macht Pocock deutlich. „Aber diese Ergebnisse zeigen uns, dass wir die richtigen Fragen stellen, Kopfschmerzspezialisten früher einbeziehen und die zugrunde liegende Biologie genauer untersuchen müssen.“ Pocock erklärt weiter, zukünftige Forschung werde untersuchen, ob manche Kopfschmerzen im Zusammenhang mit vergrößerten Brüsten eine bisher unbekannte Kopfschmerzerkrankung darstellen oder ob die Brustgröße bei manchen Patientinnen eine bestehende Migräne auslösen oder verschlimmern kann. „Unser Ziel ist einfach“, fügt Pocock hinzu. „Wir möchten, dass die Symptome von Frauen ernst genommen und genau beurteilt werden, damit sie die Behandlung erhalten, die ihnen zusteht.“ (lj/BIERMANN) Außerdem interessant zum Thema Migräne: Migräne: Angiotensin-Rezeptorblocker zur Prophylaxe Migräne: Umfrage offenbart geschlechtsspezifische Unterschiede
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