Mikrobiom des Spermas nach Vasektomie verändert

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US-amerikanische Andrologen haben per Next-Generation-Sequenzierung das Spermamikrobiom bei vasektomierten gegenüber nichtvasektomierten Männern untersucht. Sie fanden heraus, dass die Vasektomie den Reichtum und die Gleichmäßigkeit der Bakterienarten im Sperma verringerte, aber die Bakteriengemeinschaft insgesamt ähnlich blieb.

Von Juli 2021 bis Februar 2022 sammelte die Forschergruppe um Ranjith Ramasamy vom Desai Sethi Urology Institute der Universität von Miami prospektiv Samenproben von 58 Männern in einer Ambulanz. 18 Männer gaben vor und 3 Monate nach der Vasektomie eine Samenprobe ab. Die Wissenschaftler nahmen auch Samenproben von 22 fruchtbaren Männern ohne Vasektomie und von weiteren 18 Männern mit Vasektomie 3 Monate nach dem Eingriff.

Erstautorin Maria Camila Suarez Arbelaez und ihre Kollegen untersuchten die α-Diversität, die β-Diversität und die relative Abundanz des Samenmikrobioms. Sie verglichen zunächst die Werte zwischen gepaarten und dann zwischen ungepaarten vasektomierten und nichtvasektomierten Proben. Um die Unterschiede zu bewerten, nutzten sie eine Varianzanalyse (ANOVA) sowie eine permutationsmultivariate ANOVA und analysierten die Zusammensetzung der Mikrobiome unter Bias-Korrektur.

Sowohl bei gepaarten als auch bei ungepaarten Probensätzen beobachteten die Wissenschaftler einen abnehmenden Trend für die α-Diversität im Sperma nach Vasektomie. Die Shannon-Diversität, die relative Häufigkeit von Arten mit einer ­Häufigkeit >2% und die Zusammensetzung waren nichtsignifikant verändert. Die Häufigkeit von Sphingomonas, Brevundimonas und Paracoccus nahm nach der Vasektomie ab, während die Häufigkeit von Corynebacterium zunahm.

Auf die Vasektomie folgten also eine Abnahme der α-Diversität und Veränderungen in der relativen Häufigkeit von Bakterienarten im Samenmikrobiom. Weitere Untersuchungen seien notwendig, um die klinische Bedeutung dieser Veränderungen nach Vasektomie zu verstehen, ergänzen die Autoren.

(ms)