Mikrobiom des Verdauungstraktes: Moderate Veränderungen durch PPI

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PPI werden häufig zur Behandlung säurebedingter Erkrankungen des oberen Magen-Darm-Traktes eingesetzt. Große Beobachtungsstudien haben jedoch immer wieder Bedenken hinsichtlich PPI-assoziierter unerwünschter Ereignisse aufgeworfen.

Wissenschaftler um Dr. Lukas Macke von der LMU München überprüften die verfügbare Evidenz aus Next-Generation-Sequenzierungsstudien zur Wirkung von PPI auf das Darmmikrobiom und die möglichen Auswirkungen einer PPI-induzierten Dysbiose in Bezug auf Gesundheit und Krankheit.

Es wurde ein systematischer Review gemäß den Empfehlungen der „Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analysis statement“ durchgeführt. Eine PubMed-Abfrage erbrachte insgesamt 197 Ergebnisse; 19 Publikationen erfüllten schließlich die vorgegebenen Auswahlkriterien.

Insgesamt 12 Beobachtungsstudienkohorten mit 708 PPI-Anwendern und 11 Interventionskohorten mit 180 PPI-Anwendern wurden in die Überprüfung einbezogen. In den meisten Studien hatte die PPI-Behandlung keinen Einfluss auf den mikrobiologischen Reichtum und die Vielfalt, war jedoch mit deutlichen taxonomischen Veränderungen verbunden.

Anwender von PPI zeigten im oberen Gastrointestinaltrakt eine Überbesiedelung von Bakterien oraler Herkunft, hauptsächlich Streptococcaceae. Zudem erhöhten PPI in Stuhlproben mehrere Taxa aus den Ordnungen Bacillales (z.B. Staphylococcaceae), Lactobacillales (z.B. Enterococcaceae, Lactobacillaceae, Streptococcaceae) und Actinomycetales (z.B. Actinomycetaceae, Micrococcaceae), den Familien Pasteurellaceae und Enterobacteriaceae sowie der Gattung Veillonella. Zu den durch PPI verringerten Taxa gehörten Bifidobacteriaceae, Ruminococcaceae, Lachnospiraceae und Mollicutes.

Fazit
Die Autoren des Münchner Universitätsklinikums dokumentieren damit, dass die Verwendung von PPI mit moderaten Veränderungen der oberen und distalen Darmmikrobiota assoziiert ist. Die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass die PPI-induzierte Hypochlorhydrie die Besiedlung weiter distal gelegener Teile des Verdauungstraktes durch Mikrobiota des oberen Gastrointestinaltraktes erleichtert. (bi)

Autoren: Macke L et al.
Korrespondenz: Peter Malfertheiner; [email protected]
Studie: Systematic review: the effects of proton pump inhibitors on the microbiome of the digestive tract – evidence from next-generation sequencing studies
Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2020;51(5):505–526.
Web: https://doi.org/10.1111/apt.15604