Mikrobiom und CED: Übersichtsstudie findet keine gesicherte Assoziation23. Juli 2020 © sdecoret – stock.adobe.com Veränderungen der Darmmikrobiota wurden zur Behandlung von CED vorgeschlagen. Es konnten jedoch bisher keine etablierten Assoziationen zwischen spezifischen Mikroben und CED beschrieben werden. Wissenschaftler haben nun eine systematische Übersicht durcherstellt, um häufige Assoziationen zu identifizieren. Die Autoren um Dr. Rapat Pittayanon der McMaster University in Hamilton (Kanada) haben in den Datenbanken MEDLINE, EMBASE, Cochrane Database of Systematic Reviews und Cochrane Central Register of Controlled Trials nach Studien gesucht, die Darmmikrobiota von Patienten (Erwachsene oder Kinder) mit CED im Vergleich zu gesunden Personen (Kontrollen) untersucht haben. Primäres Ergebnis war der Unterschied in spezifischen Taxa in Stuhl- oder Darmgewebeproben von CED-Patienten im Vergleich zu Kontrollen. Das Team identifizierte 2631 Zitate; 48 Studien aus 45 Artikeln wurden in die Analyse einbezogen. Die meisten Studien bewerteten Erwachsene mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Die identifizierten 3 Studien zu Christensenellaceae und Coriobacteriaceae sowie 6 von 11 Studien zu Faecalibacterium prausnitzii zeigten eine geringere Anzahl dieser Organismen im Vergleich zu den Kontrollen, während jeweils 2 Studien zu Actinomyces, Veillonella und Escherichia coli eine erhöhte Anzahl bei Patienten mit M. Crohn belegten. Bei Patienten mit C. ulcerosa waren Eubacterium rectale und Akkermansia in den 3 relevanten Studien vermindert, während E. coli in 4 von 9 Studien erhöht war. Die Mikrobiota-Diversität war bei Patienten mit CED vs. Kontrollen entweder vermindert oder aber nicht unterschiedlich. Weniger als 50% der bewerteten Studien gaben vergleichbare Geschlechter- und Altersverteilungen in den Fall- und Kontrollgruppen an. Fazit In dieser systematischen Übersicht fanden die Autoren Hinweise auf Unterschiede in der Häufigkeit einiger Bakterien bei Patienten mit CED vs. Kontrollen, konnten aber daraus im Fazit keine Schlüsse ziehen, da die Ergebnisse und Methoden der Studien nicht übereinstimmten. Weitere groß angelegte Studien mit besseren Methoden zur Bewertung von Mikrobenpopulationen seien erforderlich. (bi) Autoren: Pittayanon R et al. Korrespondenz: Paul Moayyedi; [email protected] Studie: Differences in Gut Microbiota in Patients With vs Without Inflammatory Bowel Diseases: A Systematic Review Quelle: Gastroenterology 2020;158(4):930–946. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2019.11.294