Mikrobiom und kolorektales Karzinom

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Als Grundlage für die Diagnostik des kolorektalen Karzinoms (KRK) könnte zukünftig eine spezifische Mikrobiom-Signatur dienen. Zu diesem Schluss kommen Forscher um Georg Zeller vom Europäischen Molekularbiologischen Labor (EMBL) in Heidelberg in einer neuen Publikation in „Nature Medicine“.

Die Wissenschaftler identifizierten in einer Meta-Analyse von 8 geografisch und technisch unterschiedlichen Shotgun-Metagenom-Studien zum KRK (n=768), welche für verschiedene Störfaktoren bereinigt wurde, einen Kernsatz von 29 spezifischen Arten, die signifikant im KRK-Metagenom angereichert sind (Falscherkennungsrate <1×10-5).

KRK-Signaturen, die aus einzelnen Studien abgeleitet wurden, behielten ihre Genauigkeit in anderen Studien bei. Durch ein Training an mehreren Studien konnte die Nachweisgenauigkeit und die Spezifität für KRK verbessert werden. Die funktionale Analyse der KRK-Metagenome offenbarte eine Anreicherung der Gene für den Protein- und Mucin-Katabolismus und eine Minderung der Gene des Kohlenhydratabbaus.

Darüber hinaus konnten die Studienautoren aus den gewonnenen Daten auf eine erhöhte Produktion von sekundären Gallensäuren bei KRK schließen, was auf eine metabolische Verbindung zwischen Krebs-assoziierten Darmmikroben und einer fett- und fleischreichen Ernährung hindeutet. (ah)

Fazit
Für die Diagnostik des kolorektalen Karzinoms (KRK) könnte zukünftig eine spezifische Mikrobiom-Signatur dienen. Eine erhöhte Produktion von sekundären Gallensäuren bei KRK deutet auf eine metabolische Verbindung zwischen Krebs-assoziierten Darmmikroben und einer fett- und fleischreichen Ernährung hin.

Autor: Wirbel J et al.
Studie: Meta-analysis of fecal metagenomes reveals global microbial signatures that are specific for colorectal cancer.
Quelle: Nat Med 2019;25(4):679–689.
Web: www.nature.com/articles/s41591-019-0406-6