Mikrochirurgischer Roboter unterstützt bei Tumoroperationen im Gesicht und Hals22. Februar 2023 Bild: Have-a-nice-day – stock.adobe.com In der Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein ermöglicht ein Robotersystem den Eingriff in kleinsten Dimensionen. Tumoren im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie gehören weltweit zu den sechs häufigsten Erkrankungen. Auch schwere Verletzungen durch Unfall und Krieg nehmen zu. Zur Wiederherstellung des Gesichtes ist meistens ein mikrochirurgischer Gewebetransfer die beste, aber auch komplizierteste Wahl. Damit der Eingriff auch in schlecht zugänglichen Bereichen und bei sehr kleinen Gefäßen gelingt, unterstützt moderne Mikrorobotik die Operation. Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, kommt seit einigen Monaten eine Technik zum Einsatz, die es jetzt erlaubt, auch kleinste Gefäße durch die Reanastomosierung – also die Wiederherstellung nach operativer Durchtrennung – wieder zu verbinden. Durch die robotische Unterstützung sollen Eingriffe für die Patientinnen und Patienten der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie schonender und sicherer werden. Einsatzgebiete im Millimeter- und Submillimeterbereich werden so Schritt für Schritt erschlossen. Denkbar sind zukünftig auch komplizierte Eingriffe bei Kindern mit angeborenen Fehlbildungen im Gesicht, so Experten der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG). Prof. Jörg Wiltfang, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, hat das minimalinvasive Robotersystem „Symani“ erstmalig in einer deutschen MKG-Klinik eingeführt: „Mit der modernen Technik kommen wir sowohl bei Tumoroperationen als auch bei der Behandlung von Gesichtsverletzungen, beispielsweise nach Kriegseinsätzen in Bereiche, die vorher kaum möglich waren“. Sein Leitender Oberarzt Dr. Henning Wieker ergänzt: „Jeder noch so geschulte Chirurg hat natürlicherweise einen Tremor – dank der modernen mikrorobotischen Technik kann dieses ‚natürliche Ruhezittern‘ vollständig herausgefiltert werden.“ Nach Angaben der Kieler Klinik wurde das System bisher bei 16 Patienten durchgehend erfolgreich angewendet, auch in einigen anderen Bereichen kommt das gut eine Million Euro teure Gerät bereits zum Einsatz. Neben der Behandlung von Tumoren im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich und der Behandlung von Kriegsverletzungen im Gesicht wären nach Einschätzung von DGMKG-Experten auch andere Einsatzgebiete möglich. „Gut anwendbar wäre das mikrorobotische System sicher sogar auch bei zarten Säuglingen, die aufgrund einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte operiert werden müssen“, so Wieker abschließend.
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